Das Ende der Kreditkarte als Zahlungsmittel?
 

Das Ende der Kreditkarte als Zahlungsmittel?

Wegen einem Urteil des deutschen Bundesgerichtshofes (BGH) kündigten viele Kreditkarteninstitute die Verträge mit diversern Online-Händlern.

Ein Urteil des deutschen Bundesgerichtshofes (BGH) versetzt die E-Commerce-Branche in Aufruhr. Denn seit April liegt das Risiko des Missbrauchs bei der Bezahlung mit Kreditkarte via Internet nicht mehr auf der Seite des Händlers; bei Zahlungsausfall von Kundenseite muss in Zukunft das Kreditkartenunternehmen aufkommen. Das berichtet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe. Der BGH begründet sein Urteil damit, dass das Ausfallrisiko für den Händler nicht einschätzbar sei.
Die Konsequenz: Hunderten von Online-Shop-Betreibern wurden mittlerweile die Verträge gekündigt, vor allem solchen mit hoher Missbrauchsquote: mittelständische Computer- und Softwarehändler, Erotik- und Glücksspielanbieter. Die Kreditkartenorganisationen fürchten Schäden in Millionenhöhe.
Im selben Atemzug wurden den betroffenen Händlern neue Verträge angeboten, nach denen sie sich wieder verpflichten müssen, das Ausfallrisiko selber zu tragen.

Da sich die wenigsten Shop-Betreiber den Verlust der Kreditkarte als Online-Zahlungsmittel leisten werden können, werden vielleicht jetzt wieder die alten Bestrebungen in Gang kommen, ein sicheres Zahlungsmodell auf Basis einer zuverlässigen Authentifizierung zu etablieren, um das Ausfall-Risiko grundsätzlich für alle Parteien zu minieren.

(dodo)

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