D-A-CH-Markt: Feine Unterschiede machen den E...
 

D-A-CH-Markt: Feine Unterschiede machen den Erfolg

Getty Images/Maja Hitij
Marlene Auer, Chefredakteurin HORIZONT im Gespräch mit Ralph Büchi, Präsident International Axel Springer, Verwaltungsratsdelegierter von Ringier Axel Springer Schweiz, Michi Frank, CEO Goldbach Group, Wolfgang Fellner, Herausgeber Österreich, Christoph Tonini, CEO Tamedia und Wolfgang Winter, General Manager Print Red Bull.
Marlene Auer, Chefredakteurin HORIZONT im Gespräch mit Ralph Büchi, Präsident International Axel Springer, Verwaltungsratsdelegierter von Ringier Axel Springer Schweiz, Michi Frank, CEO Goldbach Group, Wolfgang Fellner, Herausgeber Österreich, Christoph Tonini, CEO Tamedia und Wolfgang Winter, General Manager Print Red Bull.

Beim Panel ‚Medien und Marketing in der D-A-CH-Region‘ wurde unter anderem die Forderung nach einheitlichen Medienwährungen laut.

Eine Sprache - doch so viele Unterschiede in Sachen Mentalität und Einstellungen. Beim Panel auf dem Deutschen Medienkongress mit dem Titel "Medien und Marketing in der D-A-CH-Region - was unsere Nachbarn anders und besser machen" kristallisierten sich zwei wesentliche Themen heraus: die Debatte rund um die Unterschiede in den einzelnen Märkten, aber auch das Für und Wider länderübergreifender Medienwährungen.

Eine Region voller Unterschiede

Eine wesentliche Äußerung zum Thema kam von Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner: "Wir haben den Nachteil, dass wir bei weitem nicht die professionellen Strukturen haben, wie Deutschland und in der Schweiz. Aber das ist auch unser Vorteil: Dadurch sind wir am innovativsten, weil wir mit den minimalsten Mitteln auskommen müssen. Auch können wir viele Dinge schnell mal ausprobieren, für die in Deutschland erst hunderte Fokus-Groups und dutzende Aufsichtsratssitzungen nötig wären."

Im Hause Red Bull sieht man das völlig anders - Wolfgang Winter, General Manager Print sehe "keine großen Unterschiede" in der Region. Für ihn spiele Innovation, die Qualität der Produkte, gute Daten sowie die Fähigkeit, wesentliche Trends zu erkennen und vor allem, diese in Businessmodelle übertragen zu können eine tragende Rolle. Die Schweizer Medienvertreter zeigten sich einträchtig: Christoph Tonini, CEO von Tamedia, betonte die Zusammenarbeit mit Hochschulen in der Schweiz. Man nutze deren Know-how, um digital voranzukommen. Wenn Medienunternehmen in einem kleinen Land ein größeres Universum erreichen wollen, müssten sie ihre Angebote bündeln und auf der Kostenseite miteinander zusammenarbeiten. Ralph Büchi, Präsident International Axel Springer, Verwaltungsratsdelegierter von Ringier Axel Springer Schweiz, pflichtete bei: "Wir sind zu Coopetition - Kooperation und Konkurrenz - gezwungen."

Für Michi Frank, CEO Goldbach Group, zählt da eher die Schnelligkeit. Er verglich seine Vermarktergruppe sogar mit einem Schnellboot: "Du kannst nur gewinnen, wenn du besser bist." Bei allen kulturellen Unterschieden - Sorgen, dass kleine Länder aus den Mediaplänen internationaler Marken und Agenturnetzwerke rausfallen könnten, bleiben. Büchi unterstrich seine Bedenken mit einem Beispiel: Tesla habe letztes Jahr von seinem Modell S in der Schweiz mehr Autos verkauft, als Mercedes, BMW und Audi von ihren Premiumklassen zusammen. "Dabei hat Tesla aber in der Schweiz noch nie Werbung geschaltet", sagt er. Für Fellner war hier "einer der großen Unterschiede in den drei Märkten" auszumachen: Deutschland habe eine sehr realistische Einstellung, die Schweiz lebe vom Pessimismus, "wie man sieht", und Österreicher seien am optimistischsten. "Wir glauben nicht, dass keine Werbung mehr da ist. Wir sehen die Medienentwicklung sehr positiv und entspannt", sagt der Österreich-Herausgeber.

Einheitliche Medienwährungen

Zum Abschluss stellte Marlene Auer noch die Frage, ob Medienwährungen in der Region vereinheitlicht werden sollten. Für Büchi sei es ein zu schwieriges Unterfangen, Fellner, Frank und Winter pochten allerdings auf die Angleichung, da auch die Sprache dieselbe sei. Tonini stören die verschiedenen Printwährungen weniger - eine Vereinheitlichung in der digitalen Medienwährung sei wünschenswerter.
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