Coronakrise: APA-Belegschaft protestiert gege...
 
Coronakrise

APA-Belegschaft protestiert gegen geplanten Personalabbau

APA
"Eine starke österreichische Nachrichtenagentur ist in diesen Zeiten wichtiger denn je", so der Appell der APA-Belegschaft.
"Eine starke österreichische Nachrichtenagentur ist in diesen Zeiten wichtiger denn je", so der Appell der APA-Belegschaft.

25 Stellen sollen wegfallen, "davon mindestens elf durch Kündigungen langjähriger Mitarbeiter", heißt es in einer Resolution. Die Geschäftsführung verweist auf steigende Personalkosten insbesondere wegen kollektivvertraglicher Steigerungen und verringertes Wachstum auf Grund von Corona.

Die weiteren Arbeitsplätze sollen durch Teilzeit, Altersteilzeit, Nichtnachbesetzungen und Karenzen eingespart werden. Das bedeute einen Jobabbau in der APA-Genossenschaft (Nachrichten-Redaktion und zentrale Bereiche) von mehr als zehn Prozent.

Dieser Schritt sei "weder nachvollziehbar begründet" worden, noch sei mit dem Betriebsrat "rechtzeitig darüber gesprochen oder über andere Möglichkeiten verhandelt" worden, betont man in einer gestern veröffentlichten Resolution der APA-Betriebsversammlung.

Der Betriebsrat etwa sei erstmals am Donnerstag, 30. April, vom geplanten Stellenabbau informiert worden. "Trotz dieser kurzfristigen Information" habe dieser "sofort gegen den Personalabbau protestiert und Gespräche zur gemeinsamen Suche anderer Möglichkeiten angeboten". Doch der Jobabbau sei unverändert am 5. Mai vom Geschäftsführer per Videobotschaft verkündet worden.

Kurzarbeit 'ernsthaft prüfen'

In einem Standard-Bericht bezeichnete die APA-Geschäftsführung den geplanten Stellenabbau als notwendig. 2021 würden die Personalkosten insbesondere wegen kollektivvertraglicher Steigerungen um rund fünf Prozent steigen. Als Folge der Corona-Maßnahmen und wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Medienbranche insgesamt werde der APA-Umsatz nach je vier Prozent Plus in den jüngsten Geschäftsjahren auf rund ein Prozent Wachstum zurückgehen.
„ Gerade in den letzten Wochen und Monaten der Coronakrise hat die gesamte APA-Belegschaft Großes geleistet. Massiver Personalabbau mit Kündigungen darf nicht der 'Dank' für unseren Einsatz sein.“
Resolution der APA-Belegschaft


Beim APA-Personal stößt das auf wenig Verständnis. Dieses protestiert insbesondere gegen die geplanten Kündigungen in der Redaktion und den "zentralen Bereichen". "Kolleginnen und Kollegen dürfen nicht in der schlimmsten Arbeitsmarktsituation der Zweiten Republik ihren Arbeitsplatz verlieren. Gerade in den letzten Wochen und Monaten der Coronakrise hat die gesamte APA-Belegschaft Großes geleistet. Massiver Personalabbau mit Kündigungen darf nicht der 'Dank' für unseren Einsatz sein."

In der Resolution werden APA-Geschäftsführung und Chefredaktion aufgefordert, "in sofortige Verhandlungen mit dem Betriebsrat mit dem Ziel der Rettung von Arbeitsplätzen einzutreten". Auch die bei anderen Medienunternehmen angewandte Kurzarbeit solle "ernsthaft geprüft" werden, um einen Jobverlust zu verhindern. Die Belegschaft appelliert an die APA-Genossenschafter, "dieses Ziel der Erhaltung der Arbeitsplätze zu unterstützen". Zu den APA-Genossenschaftern zählen der ORF, Styria Media Group, Mediengruppe Österreich, Kurier Zeitungsverlag und Druckerei, Oberösterreichische Nachrichten, Die Presse Verlags-Gesellschaft, Standard Verlagsgesellschaft, Tiroler Tageszeitung, Salzburger Nachrichten Verlagsgesellschaft, Vorarlberger Nachrichten (Russmedia), Wiener Zeitung, Oberösterreichisches Volksblatt, Neue Vorarlberger Tageszeitung.
stats