Chefredakteur Klaus Herrmann: Ibiza-Video lös...
 

Chefredakteur Klaus Herrmann: Ibiza-Video löste Nachdenkphase aus

APA (Neubauer)
Chefredakteur Klaus Herrmann will sich Presserat annähern
Chefredakteur Klaus Herrmann will sich Presserat annähern

Skandal hat die "Krone" verändert.

Das am 17. Mai 2019 veröffentlichte "Ibiza-Video", in dem der zurückgetretene Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz Christian Strache Pläne für eine Übernahme der "Krone" durch eine vermeintliche russische Oligarchennichte schmiedet, habe die Zeitung verändert. Das sagte Chefredakteur Klaus Herrmann am Donnerstag Abend im Rahmen der Medienrunde "Aufmacher".

Das Video habe in der "Krone" eine Nachdenkphase ausgelöst. Etwas, das schon durch den Einstieg von Großinvestor Rene Benko begonnen habe, „ist durch Ibiza explodiert“. Manches sei „erschüttert worden und manche Haltungen ins Wanken gekommen“. Die Unabhängigkeit habe einen neuen Stellenwert bekommen.

„Wäre Zack-Zack-Zack passiert, wäre ich ausgetauscht worden“, sagte Herrmann und erzählte, wie er und die „Krone“-Redaktion die Ibiza-Affäre erlebt haben. Sechs, sieben Redakteure haben das Video in seinem Büro angeschaut und „es war von der ersten Minute an klar, das kann kein Politiker überleben“. Hermann wies die Rechtfertigungen Straches zum Video als unglaubwürdig zurück.Solche Ideen und Gedanken, wie sie Strache in dem Video äußert, entstünden nicht erst unter Alkohol-Einfluss, die habe man vorher erwogen und entwickelt. Als „schwachsinnig“ und eine Beleidigung der Wähler und insbesondere der „Krone“-Leser bezeichnete Herrmann Straches Aussage in dem Video, positive Berichterstattung in dem Kleinformat würde der FPÖ sieben Prozent mehr an Stimmen bei der Wahl bringen.

Herrmann bezeichnete die Kritik, dass die "Krone" Kampagnen-Journalismus betreibe, als berechtigt. Einige Kampagnen seien „durchaus bedenklich“ gewesen und hätten zu heftigen Diskussionen in der Redaktion geführt. Aber zu vielen Kampagnen wie die aktuelle zum Klimaschutz „bekennen wir uns“. „Das ist mir eine wichtige Kampagne, sie ist für die Menschen in Österreich wichtig.“ Der Chefredakteur bekräftigte abschließend, dass die „Krone“ ernsthaft überlege, dem Presserat beizutreten. Man sei gerade dabei, "sich einander anzunähern“.

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