Chat-Affäre: Rainer Nowak tritt als 'Presse'-...
 
Chat-Affäre

Rainer Nowak tritt als 'Presse'-Chefredakteur zurück

APA/HERBERT NEUBAUER
'Presse'-Chefredakteur und -Herausgeber Rainer Nowak
'Presse'-Chefredakteur und -Herausgeber Rainer Nowak

Der Rückzug erfolge "mit sofortiger Wirkung" und "auf eigenen Wunsch."

Rainer Nowak zieht  von seinen Funktionen als Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer der Tageszeitung Die Presse zurück. Das gab der Mutterkonzern Styria am Freitagnachmittag bekannt. Der Rückzug erfolge "mit sofortiger Wirkung" und "auf eigenen Wunsch." Damit zieht der Journalist die Konsequenzen aus der Chat-Affäre rund um Ex-Öbab Chef Thomas Schmid. Nowak tauschte sich mit Schmid u.a. über künftige Interviews seines Blattes aus und bat mehrfach darum, ORF-Generaldirektor zu werden. (HORIZONT berichtete).

"Dieser Schritt geschieht vor allem, um jeden Anschein von Befangenheit zu nehmen und die Unabhängigkeit der Presse als Tageszeitung zu wahren, die Redaktion der Presse und die Styria in der sehr emotional geführten Debatte vor Vorwürfen zu bewahren und um die Familie Nowaks vor weiteren unangebrachten Angriffen zu schützen", heißt es in der Erklärung der Styria.

Ende vergangener Woche waren von Styria-CEO Markus Mair noch andere Signale zu vernehmen. Im ORF-Radio meinte Mair, er stehe hinter Nowak, auch wenn das Verhalten eines Chefredakteurs nicht würdig sei. Nowak habe "möglicherweise aus Eitelkeit oder falsch verstandener Ironie" mit einem Beamten kommuniziert, "wie man es grundsätzlich nicht tun sollte". Er habe mit dem Presse-Chefredakteur besprochen, dass so etwas nicht mehr vorkommen dürfe, so Mair. Nachdem auch intern der Druck größer wurde, stelle Nowak seine Funktionen zunächst ruhend und die Styria kündigte eine interne Prüfung an.

Der Vorstand sprach dem Ex-Chefredakteur ausdrücklich Dank aus: "Nowak gelang es gemeinsam mit 'Presse'-Geschäftsführer Herwig Langanger in den vergangenen zehn Jahren 'Die Presse' in einer schwierigen Situation publizistisch weiterzuentwickeln und finanziell zu stabilisieren und erstmals seit sehr langer Zeit auf Erfolgskurs zu bringen."
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