Champions und Europa League: Quotentreiber Fu...
 

Champions und Europa League: Quotentreiber Fußball wird spielentscheidend für Österreichs TV-Sender

UEFA
Europäische Fußballrechte werden neu vergeben.
Europäische Fußballrechte werden neu vergeben.

Nach Deutschland scheint auch in Österreich die TV-Rechtevergabe für europäischen Fußball fixiert: Champions League und Europa League könnten ab 2021/2022 gesplittet bei ServusTV, ORF und Sky zu sehen sein. Der wichtigste internationale Klubbewerb feiert ein Comeback im Free-TV. Für alle drei Sender ist der TV-Fußball in unterschiedlichen Gewichtungen Erfolgsgarant.

Noch ist nichts offiziell und die UEFA will die Rechtevergabe angeblich erst Anfang kommenden Jahres kommunizieren. Laut Medienberichten der vergangenen Tage und gleichlautenden HORIZONT-Informationen zeichnet sich freilich eine völlig neue Konstellation ab, in der ab übernächster Saison Champions League und Europa League in Österreich übertragen werden.

ServusTV will Sportkompetenz ausbauen

So hat ServusTV dem Vernehmen nach erstmals Rechte an der "Königsklasse" erworben, will die Champions League immer mittwochs on Air bringen - vorzugsweise mit den via Red Bull verbundenen Vereinen aus Salzburg und Leipzig. ServusTV könnte auch davon profitieren, dass Österreich - bei weiter guten Ergebnissen von Salzburg und dem LASK im laufenden Bewerb - ab 2021/2022 ein Fixplatz in der Champions League zusteht. Die Dienstag-Spieltage der C-League könnten dann - im Gegensatz zu Deutschland - weiter beim Pay-TV-Sender Sky zu sehen sein.

Für ServusTV ist der Einstieg in den europäischen Klubfußball nur folgerichtig. Die höchsten Marktanteile erzielte der Mateschitz-Sender zuletzt mit Einzelsport-Events wie den Tennismatches mit Dominic Thiem. Das weitere Quotenwachstum (2,8 Prozent Marktanteil in 2019) auf dem selbstverordneten Weg zum führenden Privatsender Österreichs hängt wesentlich von solchen Programm-Highlights ab.

Für Sky wiederum könnte sich die Champions League als wichtiges Asset im Konkurrenzkampf mit DAZN oder dem Neueinsteiger Amazon erweisen, die in Deutschland kolportierte 200 bis 300 Millionen Euro in Fußballrechte investieren, in Österreich aber offensichtlich nicht so stark engagiert sind. Zuletzt hatten sich DAZN und Sky die Rechte hierzulande geteilt.

ORF pokerte primär um Europa League

ServusTV will dem Vernehmen nach - derzeit äußert sich kein Sender offiziell zur Rechtevergabe - auch am Donnerstag europäischen Fußball zeigen. Hier teilt man sich die Übertragungen der Europa League wohl mit dem ORF, der beim Rechtepoker voll auf den kleineren der beiden Bewerbe setzte - in dem jedoch die Chance auf die Teilnahme österreichischer Vereine ("Quotenbringer" Rapid Wien) ungleich höher ist. Spannend wird, welcher der beiden Sender ab Herbst 2021 den "first pick" vornehmen, sprich das spannendere Spiel auswählen darf.

Für den ORF kommt der europäische Fußball gerade recht. Das in Reform befindliche und unter Quoteneinbußen leidende ORF1 (8,8 Prozent Marktanteil in 2019; bei Verlusten von 2,9 Prozentpunkten) kann jeden Publikumsmagnet brauchen. Channel-Managerin Lisa Totzauer ist, so wissen ORF-Insider, dennoch keine große Freundin der Livesport-Events, die Schema und dadurch Sehergewohnheiten brechen.

Verliert Puls 4 einen Quotenbringer?

Sollten sich die vorerst nur kolportierten Deals Anfang 2020 bestätigen, gibt es quasi zwei "Verlierer" des Rechtepokers um den europäischen Klubfußball: den Privatsender PULS 4, der die Europa League seit 2015 und auch noch in der kommenden Saison überträgt, beziehungsweise A1, das ebenfalls um einige Rechtepakete mitgeboten haben soll. Eine programmstrategische Änderung bei Puls 4 - das zuletzt 456.000 Seher mit dem Spiel Borussia Mönchengladbach gegen den Wolfsberger AC erreichte (bei 21 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe) - könnte dann noch mehr in Richtung eigenproduzuierter TV-Unterhaltung gehen. 

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