Bundeskartellamt bremst Gruner + Jahr aus
 

Bundeskartellamt bremst Gruner + Jahr aus

Das Bundeskartellamt in Deutschland untersagt Gruner + Jahr nachträglich die Übernahme der Lizenz für "National Geographic Deutschland."

Das deutsche Bundeskartellamt untersagt dem Hamburger Magazinriesen Gruner + Jahr den Erwerb der Lizenz für die deutschsprachige Ausgabe von "National Geographic". Und das nachträglich, nachdem die erste Ausgabe von "National Geographic" in deutscher Sprache bereits im September 1999 erschienen war. Gruner + Jahr hatte 1998 mit dem spanischen Verlagshaus RBA Publicaciones Internacionales in Barcelona das Gemeinschaftsunternehmens G+J/RBA zur Herausgabe des Magazins gegründet. Zwar habe Gruner + Jahr die Kartellbehörde von der Gründung des Unternehmens informiert, nicht jedoch vom geplanten Erwerb der Lizenz für "National Geographic". Das Kartellamt will erst im Sommer 2003 von dem Lizenzerwerb erfahren haben und hatte Anfang 2004 ein Verfahren von Amts wegen eingeleitet.



Gruner + Jahr habe auf dem Markt der Wissenszeitschriften in Deutschland mit den Titeln "GEO" und "P.M." bereits über einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent und damit eine beherrschende Stellung verfügt. Durch "National Geographic" habe sich der Marktanteil auf rund 75 Prozent erhöht, so die Argumentation des Kartellamts zu seiner Entscheidung.



Gruner + Jahr will gegen den Behördenspruch nun Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einbringen. Mit seiner Entscheidung bewerte das Bundeskartellamt zum ersten Mal in seiner Geschichte die Neueinführung eines Produktes unter einer lizenzierten Marke als anmeldepflichtigen Zusammenschluss, heißt es seitens des Magazin-Verlages. Laut Gruner + Jahr galt bisher nur die

Übernahme von lizenzierten Produkten, die bereits Marktanteile

aufgebaut haben, als genehmigungspflichtig.

(as)

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