Britische Parteien legen Presse-Charta vor
 

Britische Parteien legen Presse-Charta vor

Erste negative Reaktion: Vorschläge weder "freiwillig noch unabhängig"

Nach langem Gerangel um den Konflikt zwischen Pressefreiheit und Verstößen gegen die Privatsphäre haben sich die führenden Parteien in Großbritannien jetzt auf Vorschläge zur Presseregulierung geeinigt. Kernstück ist die Bildung einer neuen Beschwerdekommission, deren Arbeit wiederum von einem Kontrollgremium auf seine Unabhängigkeit von Verlegern überprüft wird. Ein Verhaltenskodex für Chefredakteure ist vorgesehen. Klagen gegen Zeitungen sollen gegen eine Gebühr vor einem Schiedsgericht verhandelt werden.

Die Vorschläge für ein "System unabhängiger Selbstregulierung" gehen auf eine Untersuchung des ehemaligen Richters Brian Leveson zurück. Er hatte in einer öffentlichen Anhörung zahlreiche "Opfer von unethischen Pressepraktiken" vernommen. Im Mittelpunkt standen dabei die Abhörpraktiken von Medien der Murdoch-Gruppe und der Fall des Teenagers Milly Dowler, deren Nachrichten auf dem Handy während ihrer Entführung und Ermordung 2002 angezapft worden waren.

Die erste Reaktion auf die Vorschläge aus der Medienindustrie war am Freitag jedoch negativ. Die Vorschläge könnten weder als "freiwillig noch als unabhängig" bezeichnet werden, hieß es in einer Erklärung der nationalen und regionalen Zeitungsverleger.

(APA/dpa)
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