Britische Filmindustrie mit großen Expansions...
 

Britische Filmindustrie mit großen Expansionsplänen

iSens/Hombauer Matthias
Einigen Blockbuster-Produktionen mussten die britischen Pinewood Studios bereits wegen Platzmangels absagen.
Einigen Blockbuster-Produktionen mussten die britischen Pinewood Studios bereits wegen Platzmangels absagen.

Die britischen Pinewood-Studios wollen eine acht Hektar große Dependance aufbauen, und allein in den nächsten fünf Jahren sollen 10.000 neue Jobs in der britischen Filmindustrie entstehen - Netflix und Co sei Dank.

Die britischen Pinewood Studios, Drehort etwa der James-Bond- und Star-Wars-Filme, können die Nachfrage vor allem von US-Produktionen nicht abdecken. Schon letztes Jahr musste man die Produktion des neuesten Alien-Films und des Sequels von Blade Runner ablehnen. Mit der Patronanz von Londons Bürgermeister Sadiq Khan soll nun im Londoner Vorort Dagenham ein über acht Hektar großes Areal für weitere große Soundstages als Studio-Dependance ausgebaut werden. Auch ein Ausbau der schon bestehenden Shepperton-Dependance auf die fünffache Größe und damit rund 50 Hektar ist im Gespräch.

Rund 230 Millionen Euro wollen die Pinewood Studios in den kommenden Jahren in die Expansion stecken. Die britische Filmindustrie boomt. Allein letztes Jahr stiegen die Umsätze um elf Prozent, schreibt der britische Guardian, und erreichten damit die Summe von umgerechnet 3,2 Milliarden Euro. Das liegt vor allem an der Produktion von Hollywood-Blockbustern: 2017 stiegen die Umsätze mit US-Großproduktionen um 23 Prozent und machen inzwischen zwei Drittel des Gesamtumsatzes von Pinewood aus - dank niedrigerer Löhne von Studiobelegschaften im Vergleich zu den USA und großzügigen britischen Steuerregelungen für ausländische Produktionen.

Der Andrang auf Pinewood geht zu einem Gutteil auf Netflix, Amazon und andere Streaminganbieter zurück. Diese brauchen für ihre Produktionen zwar nur selten dieselben Studioflächen wie die Blockbuster-Filme, greifen jedoch auf dasselbe Reservoir von Bühnenbildern, Maskenbildnern, Kameraleuten und mehr zurück. Die Prognose, dass in der britischen Filmindustrie in den nächsten fünf Jahren 10.000 neue Leute gebraucht werden, kommt vom British Film Institute. Pinewood-Chef Paul Golding hält das sogar für eine konservative Schätzung, wie er dem Guardian gegenüber aufschlüsselt: "Netflix gibt heuer acht Milliarden Dollar aus, Amazon 4,5, Apple eine Milliarde. Das sind große Zahlen und man muss die Crews und den Platz anbieten können oder man verpasst das."

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