Bogdan Roscic wird neuer Staatsopern-Direktor
 

Bogdan Roscic wird neuer Staatsopern-Direktor

Wiener Staatsoper/Michael Pöhn
Seine Tätigkeit bei Sony Music wird Roscic bis zu seinem Amtsantritt bei der Wiener Staatsoper am 1. September 2020 weiterführen.
Seine Tätigkeit bei Sony Music wird Roscic bis zu seinem Amtsantritt bei der Wiener Staatsoper am 1. September 2020 weiterführen.

Der Ex-Ö3-Chef folgt mit der Saison 2020/21 auf Dominique Meyer.

Bogdan Roscic wird mit der Saison 2020/21 neuer Direktor der Wiener Staatsoper. Nach zwei Amtszeiten läuft der Vertrag von Dominique Meyer aus. Roscic, der derzeit als Klassik-Chef beim Musikkonzern Sony tätig ist und langjähriger Ö3-Chef war, zeichnet sich laut Bundesminister Thomas Drozda vor allem durch seine Vernetzung mit den wichtigsten Sängern und Dirigenten dieser Welt aus. Drozda möchte die Staatsoper als kulturelle Institution auch weiterentwickeln: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen und die Staatsoper als 'die' Leitinstitution unserer Kulturlandschaft ab dem Jahr 2020 neu positionieren. Ich glaube, wir müssen in die Zukunft blicken – und das heißt in keinem Fall Kritik am Status quo.“

Überzeugt haben soll Drozda das inhaltliche Konzept von Roscic. Im Fokus steht auch die Ensemblepflege, künftig soll gewährleistet werden „dass die Topstars von morgen aus Wien kommen“. Für Roscic selbst war der Entschluss Richtung Staatsoper „die wichtigste Entscheidung seines Lebens“. Gelockt habe ihn der „gewaltige Gestaltungsspielraum“ und als Ziel nannte er die „allabendliche Hebung der Qualität“. Hinsichtlich seiner Inspiration für die neuen Aufgaben und Herausforderungen nannte Roscic Gustav Mahler, denn auch sein Konzept wurde mit „Vorwärts zu Mahler“ betitelt. Als erste Neuerung wurde die Bestellung eines Generalmusikdirektors kommuniziert. Über weitere Ideen und Details könne Roscic noch nicht informieren.

Popkultur und Klassik

Roscic begann seine Berufslaufbahn als Journalist bei der „Presse“, war danach Ressortchef für Medien, Medienpolitik und Pop beim "Kurier",  bevor er 1993 vom ORF als Musikchef von Ö3 anheuerte. In seiner Zeit bei Ö3 reformierte er das Konzept des Radiosenders und entwickelte zahlreiche neue Formate und legte den Fokus verstärkt auf Comedy und die Popkultur, was ihm neben sicheren Zahlen auch relativ viel Kritik brachte. 2002 endete seine ORF-Karriere und Roscic wechselte zu Universal Music, wo er die Position des Managing Directors inne hatte. Als Starmaniajuror wurde er der breiten Öffentlichkeit mit dem ein oder anderen spitzen Sager bekannt.

2003 kam der Wechsel  zum Klassik-Label dem „Deutschen Grammophon“, bevor es ihn 2006 zum Label „Decca“ nach London zog, um dann im Jahr 2009 die Präsidentschaft der Klassiksparte bei Sony Music zu übernehmen. Seine Tätigkeit bei Sony wird Roscic bis zu seinem Amtsantritt bei der Wiener Staatsoper am 1. September 2020 weiterführen – noch 1.350 Tage.
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