Bodo Hombach: "Kein Grund zur Trauer"
 

Bodo Hombach: "Kein Grund zur Trauer"

Journalistische Qualität ist für den WAZ-Geschäftsführer das zentrale Asset um im Medienwettbewerb zu bestehen.

Ein flammendes Plädoyer für die journalistische Qualität hielt Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, in seinem Eröffnungsvortrag zum zweiten Tag der Österreichischen Medientage. Hinter seiner "kraftvollen Unterstützung" für die Qualitätsdebatte stecke durchaus wirtschaftliches Kalkül. Meinungsumfragen würden beweisen, dass es einen Überdruß an Informationsmüll und Unterhaltungsschrott gebe. Die Bereitschaft sich dumm halten zu lassen sinke unter den Lesern. "Die Wertschöpfung rückt immer näher an die die gute journalistische Leistung", ist Homach überzeugt.

Die Krise der Medien sieht Hombach als "Anpassungskrise". "Unsere Produkte sind nicht überholt", so Hombach. Es gebe keinen Grund zur Trauer. Aber es gebe Grund zu Innovation und Kostendisziplin. Vor einem "bösen Trend" warnt der WAZ-Chef: Wer mehr Geld durch eine Vermischung von Redaktion, PR und Werbung zu lukrieren versuche, säge an der eigenen Wertschöpfungskette und an seiner Glaubwürdigkeit.

Den entscheidenden Wettbewerbsvorteil der Tageszeitungen ortet Hombach in der Regionalität. Die Aktualität sei durch elektronische Medien besetzt, die Hintergrundberichterstattung durch Magazine. In diesem Substitutionswettbewerb könnten Tageszeitungen mit regionaler Berichterstattung punkten.
juju

Die Foto-Galerie zu den Medientagen gibt es unter www.onlinefoto.at.

stats