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Blinden- und Sehbehindertenverband warnt vor ORF-Einsparungen bei Audiodeskription

APA
Der Verein kritisiert die Einsparungen, den Mitarbeiterabbau und die (Teil-)Auslagerung der für Barrierefreiheit zuständigen Abteilung.
Der Verein kritisiert die Einsparungen, den Mitarbeiterabbau und die (Teil-)Auslagerung der für Barrierefreiheit zuständigen Abteilung.

Wie HORIZONT vergangene Woche in ­Erfahrung brachte, betreffen die Sparmaßnahmen im ORF auch die Barrierefreiheit. Nun kritisiert der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) die geplanten Einsparungen und warnt vor Diskriminierung.

Wie HORIZONT vergangenen Donnerstag berichtete, soll die Abteilung "Untertitelung und Audiodeskription", in der dem Vernehmen nach 45 Mitarbeiter beschäftigt sind, im kommenden Jahr 300.000 Euro einsparen – was auch Personalabbau nach sich ziehen wird, wie der ORF bestätigt. Die geplanten Einsparungen "ausgerechnet bei der Barrierefreiheit anzusetzen und sowohl den Einsatz von Audiodeskription als auch von Untertitel zu streichen", wertet der BSVÖ "als höchst bedenklich".

Seit 2004 setzt der ORF Audiodeskription ein. 2010 wurde ein Etappenplan für die Audiodeskription vorgelegt, der eine Steigerung des Volumens um jährlich 10 Prozent bis 2014 vorsah. Aktuell sind laut Angaben des Verbands lediglich 8,48 Prozent des Programms auf ORF eins und ORF 2 audiodeskribiert. "Das ist viel zu wenig – und viel mehr ist möglich", krisitert der BSVÖ und zieht einen Vergleich zu Großbritannien, wo gemäß einer Aussendung mehr als 20 Prozent des Programms mit Audiodeskription versehen wird.

Der BSVÖ fordert nun eine gesetzliche Änderung, die alle österreichischen Sender – nicht nur die vier Kanäle des ORF – zu einem gerechten Etappenplan für Audiodeskription verpflichtet. Dabei bezeichnet der gemeinnützige Verein die Audiodeskription als ein essentielles Tool für blinde und sehbehinderte Menschen, um gesellschaftlich teilhaben zu können. Zudem sei eine Gebührenreduktion für alle Betroffenen für den vergleichsweise geringen Anteil an Fernsehprogramm, der für sie barrierefrei zugänglich ist, notwendig.

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