"Big Data ist ein Markt, an den wir sehr ambi...
 

"Big Data ist ein Markt, an den wir sehr ambitioniert herangehen müssen"

Markus Wach

Das Thema „Big Data: Der große Kampf um den Markt - und um Nischen“ diskutierten Dino Bongartz (The Adex), Alexis Johann (Styria), Rudi Klausnitzer (DMC Group), Andreas Martin (Isobar) und Gernot Rasch (A1 Telekom) unter der Leitung von Markus Fallenböck (VGN Medien Holding).

„Big Data ist generell  ein Markt, an den wir sehr ambitioniert herangehen müssen, weil wir deutlich kleiner sind als der US-amerikanische Markt und dieser auch monetär besser ausgestattet ist“, unterstrich The Adex-Geschäftsführer Dino Bongartz . Wichtig sei auch eine Spezialisierung auf Nischen, ergänzte Styria Digital One-Geschäftsführer Alexis Johann, denn wenn man das Kerngeschäft der Global Player angreife, werde es schwierig. In Österreich stecke Daten Driven Advertising überhaupt noch in den Kinderschuhen.  „Wir arbeiten seit drei Jahren mit Daten und versuchen auf dieser Basis Kampagnen erfolgreicher zu machen.“ Die Herausforderungen hierbei seien sehr komplex, aber „das Experiment ist zu wagen“.

Viel Talent, viele Ansätze
Rudi Klausnitzer, Inhaber DMC Group, hob hingegen hervor: „Wir sind in manchen  Bereichen sehr gut aufgestellt, sind im Ausbildungsbereich nicht schlecht, aber auch nicht so gut aufgestellt wie wir sein sollten.“ Es gäbe viel Talent, viele  Ansätze, aber man habe sich in der Diskussion der letzten  Jahre zu sehr im Fokus auf die Technologie verfangen. Die Technologie sei die Voraussetzung, aber wenn man betrachte, wie Erfolge zustande gekommen seien, dann sei es durch innovatives Denken und nicht so sehr durch Technologien. Zudem müsse man in Europa auf „Innovation vor Regulation“ switchen. „Es hat keinen Sinn, Dinge zu regeln bevor sie überhaupt erfunden wurden. Damit haben unsere Start-Ups nicht mehr die gleichen Chancen, wie die in Amerika oder Asien.“   

Lokale Aspekte
„Es geht einerseits um die technologische Kompetenz und hier ist es natürlich sehr schwierig, sich  gegen die globalen Giganten auf Ebene der Innovation durchzusetzen“, hielt Isobar-Managing Director Andreas Martin fest. Andererseits gehe es aber natürlich auch um die Menschen, um die Dienstleistung, die dahintersteht und um die Interpretation der Daten, was wiederum einen sehr starken lokalen Aspekt habe. „Und diese Daten sind natürlich wiederum der Ausgangspunkt für jeden kreativen Ansatz.“ „Es hat keinen Sinn, wenn wir dasselbe zu machen wie Google, Facebook & Co“, unterstrich auch Gernot Rasch, Chief Marketing Director A1 Telekom. Stattdessen müsse man sich auf die lokalen Unterschiede und Stärken konzentrieren. Ein Unterschied sei, dass die USA sehr gut im Vertrieb und Vermarktung im Massensegment sei, während man in Europa einen anderen Wirtschaftsmix habe. „Hier gibt es Segmente, die beispielsweise Facebook nicht besetzen kann.“

Zukunft liegt im Content
Nächster wichtiger Schritt sei laut The Adex-Geschäftsführer Dino Bongartz, eine Fokus auf AI. „Wir müssen Prozesse automatisieren, dann können wir auch mit Amazon konkurrieren.“ Isobar-Managing Director Martin sieht für die Zukunft große Themen im Content, wobei hier auch die Verlage und die Publisher gefordert seien, wie er unterstreicht, sowie im gezielten Ausspielen von durch die Analyse von Daten gewonnenen Kreationselementen.

Ein Umdenken ist gefragt
Rudi  Klausnitzer machte sich für ein Umdenken im öffentlichen Funding stark: „Bei uns wird viel in die Grundlagenforschung investiert, aber es ist schwer, Geld für die Produktgenerierung zu bekommen.“ Es wäre aber sinnvoll, die Förderung auch schon im Hinblick auf die Entwicklung des Produktes zu gestalten.  Gernot Rasch macht sich in Bezug auf die Infrastruktur dafür aus, das auf kommerzieller Basis zu lassen, was auf kommerzieller Basis ist. Gesetzliche Regulierungen sollten zumindest keinen Schaden verursachen im Verhältnis zu dem was man regulieren wolle: „Hier ist Pragmatismus gefragt.“ Natürlich müsse in gewissen Randbereichen auch einmal der Staat einspringen,  das sollte sich aber auf die Bereiche beschränken, wo dies auf wirtschaftlicher Basis nicht möglich sei. 

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