"Big Brother Awards" zum dritten mal verliehe...
 

"Big Brother Awards" zum dritten mal verliehen

Ausgezeichnet wurden Institutionen oder Personen, die es nach Meinung der Jury mit dem Datenschutz und der Privatsphäre der Bürger nicht so genau nehmen.

Zum dritten mal wurden die so genannten "Big Brother Awards" verliehen. Ausgezeichnet wurden Institutionen oder Personen, die es nach Meinung der Jury (ARGE Daten oder Public Netbase) mit dem Datenschutz und der Privatsphäre der Bürger nicht so genau nehmen.

Den Sieg in der Kategorie Telekommunikation und Marketing verzeichnete die Post, die über Daten "von allen 5,5 Millionen erwachsenen Privatpersonen mit bis zu 100 marketing-relevanten Merkmalen" verfügt und ein "Daten-Doppelspiel" mit dem privaten Datenhändler Schober trieb.
Bei der Publikumswahl gewann Peter Westentaler mit dem "Vorschlag, erst allen Ausländern und dann überhaupt der gesamten Bevölkerung die Fingerabdrücke abzunehmen".
Im Bereich "Business und Finanzen" konnte sich das Computerkunstfestival "Ars Electronica" mit der Begründung, dass die Veranstalter unter dem Deckmantel der Kunst eine "menschenfeindliche Technologie wie Biometrie" präsentiert hätten, durchsetzen.
Die Kategorie "Telekommunikation und Marketing" gewann Kripo-Chef Herwig Haidinger für seine "öffentliche Verharmlosung der Überwachungsschnittstellen im Entwurf der Überwachungsverordnung".

Der Preis wurde 1998 zum 50. Jahrestag von George Orwells utopischem Roman "1984" von der Datenschutz-Organisation "Privacy International" in Großbritannien ins Leben gerufen. Seit 1999 wird der Award auch in den USA, Kanada und Österreich ausgelobt. Die Negativ-Auszeichnung soll das Bewusstsein für das Grundrecht auf Privatheit sowie die wachsende Gefahr seiner Verletzung schärfen.

(er)

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