'Bestenfalls Lippenbekenntnis': Qualitätsjour...
 
'Bestenfalls Lippenbekenntnis'

Qualitätsjournalismus: 'Alarmierende Ergebnisse' bei Personal

Microgen / adobe.stock.com

Eine Umfrage der JournalistInnengewerkschaft verweist auf dringend mehr journalistische Mitarbeiter.

"Alarmierende Ergebnisse" brachte eine Umfrage der JournalistInnengewerkschaft in der Gewerkschaft GPA. „Die Betonung der Wichtigkeit von journalistischer Qualität scheint für einige Unternehmen bestenfalls ein Lippenbekenntnis zu sein“, stellt Eike-Clemens Kullmann, Vorsitzender der JournalistInnengewerkschaft fest. Denn, wenn praktisch jeder zweite Kollege angibt, dass beim Personal massiv gespart wird, und zwar sowohl in Form von Nichtnachbesetzen beim Ausscheiden von Redaktionsmitgliedern bzw. sogar Personalabbau betrieben wird, erhöht das nicht nur den Arbeitsdruck auf die verbliebenen Journalisten.


„Um seriöse, kritische, durch entsprechende Recherchen untermauerte Berichte den Leserinnen und Lesern, Hörerinnen und Hörern und Seherinnen und Sehern bieten zu können, braucht es aber ausreichend Personal“, fordert Kullmann namens des Bundesausschusses der JournalistInnengewerkschaft ein Umdenken in den Medienhäusern. Der Bundesausschuss besteht aus elf Journalisten, allesamt Betriebsräte in den großen Medienhäusern Österreichs. An der Befragung nahmen 338 Journalisten aus ganz Österreich teil.

Aufholbedarf bei Homeoffice

Auch was das Thema Homeoffice betrifft, zeigt die Umfrage massive Mängel auf. Zwar gaben vier von zehn Befragten an, „im Großen und Ganzen sehr zufrieden“ mit dem Arbeiten von zuhause aus zu sein. Aber, trotz der gesetzlichen Änderungen sind die Arbeitgeber offensichtlich nur teilweise bereit, für das Arbeiten im Homeoffice die erforderlichen digitalen Arbeitsmittel bereit zu stellen. Dies trifft bei sechs von zehn Teilnehmern an der Umfrage zu.

Die Alternative eines angemessenen Kostenersatzes durch den Arbeitgeber, erhält gerade einmal jeder Achte. Darüber hinaus fehlen annähernd jedem Zweiten zuhause die für sie „passenden räumlichen Voraussetzungen.“ Nur jeder zweite Befragte kann gemeinsam mit dem Vorgesetzten entscheiden, wann im Homeoffice gearbeitet wird. „Homeoffice ist wohl gekommen, um dauerhaft zu bleiben. Einige Betriebe haben hier allerdings definitiv einen deutlichen Aufholbedarf, um zumindest den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und faire Bedingungen für die journalistischen Beschäftigten auch im Homeoffice sicherzustellen“, sagt Kullmann.

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