Bertelsmann-Chef zuversichtlich
 

Bertelsmann-Chef zuversichtlich

"Gutes, wachstumsträchtiges Geschäft": Konzern kann laut Ostrowski 2009 mit Gewinn rechnen.

Der Vorstandschef des Bertelsmann-Konzerns, Hartmut Ostrowski, sieht trotz der Krise Anlass für Optimismus in der Medienbranche: "Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass es enger und schwieriger wird. Aber wir haben zweifellos ein gutes, wachstumsträchtiges Geschäft", sagte er in einem Interview der "Welt am Sonntag". Die Branche habe besser als erwartet auf die Krise reagiert. Die Renditen seien immer noch höher als in anderen Industriezweigen. "Medienunternehmen werden wieder sexy sein, glauben Sie mir", meinte Ostrowski.

Für Bertelsmann, dem größten Medienkonzern Europas, schließt er einen Gewinn für 2009 nicht aus. "Wir haben eine sehr solide Finanzierungspolitik, und ich glaube, dass wir mit dem jetzigen Schuldenstand gut leben können. Unsere Verbindlichkeiten liegen heute auf dem Niveau von 2005." Der 51-jährige Konzernchef forderte die Medien auf, nicht ständig die eigene Branche schlecht zu reden – auch Bertelsmann selbst werde wieder wachsen, betonte er. "Aktuell haben wir uns aber eine gewisse Investitionszurückhaltung auferlegt." Kleinere und mittlere Zukäufe seien zwar nicht ausgeschlossen, angestrebt werde aber organisches Wachstum. Dieses erwartet er vor allem mit der RTL Group.

Schwieriger sehe es bei der Zeitschriftentochter Gruner + Jahr aus, räumte Ostrowski ein. Er verneinte die Frage, ob die "Wirtschaftspresse" zum Verkauf stehe. Auch sonst stünden keine größeren Verkäufe an. Das Ziel, bis Ende 2009 die Kosten um 900 Millionen Euro zu verringern, werde Bertelsmann wohl mehr als erfüllen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Zudem seien die Kosten so reduziert worden, dass der Konzern davon auch 2010 davon profitieren werde. "Aber wir investieren auch - immerhin rund 500 Millionen in diesem Krisenjahr - und sind optimistisch."

(Quelle: APA)
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