Berlusconi erhält Entschädigung bei Paparazzi...
 

Berlusconi erhält Entschädigung bei Paparazzi-Prozess

10.000 Euro - Ex-Chefredakteur eines Klatschmagazins verurteilt

Der Ex-Chefredakteur des italienischen Klatschmagazins "Oggi" ist wegen Hehlerei und unerlaubtem Eindringen in die Privatsphäre des Ex-Premiers Silvio Berlusconi zu fünf Monaten Haft verurteilt worden. Pino Belleri wird Berlusconi eine Entschädigung von 10.000 Euro zahlen müssen. Berlusconi hatte eine Entschädigung von 100.000 Euro gefordert. Das Magazin hatte 2007 unerlaubte Fotos des Medienunternehmers mit jungen Frauen in dessen Luxusvilla auf Sardinien veröffentlicht. Der Titel des Artikels lautete "Berlusconis Harem". Berlusconi nahm als Nebenkläger am Prozess gegen den Ex-Chefredakteur teil.

Das Magazin sei sich bewusst gewesen, dass die von einem Fotografen ohne Genehmigung geschossenen Fotos die Privatsphäre Berlusconis verletzten, lautete der Vorwurf. Die Bilder Berlusconis in Begleitung junger Frauen im Park der Villa auf Sardinien hatten international für Schlagzeilen gesorgt. Auf einem Foto spazierte der Ex-Premier Hand in Hand mit einer rothaarigen Frau. Auf einem anderen Foto saß der TV-Mogul auf einem Stuhl mit zwei sportlich gekleideten Frauen auf seinen Knien. Der Staatsanwalt hatte für den Journalisten die Verurteilung zu einem Jahr und fünf Monate Haft verlangt.

Berlusconi hat während seiner Amtszeit als Premier in den vergangenen Jahren mit Sexskandalen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Seine Vorliebe für junge Frauen brachte ihm auch einen Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin ein, der in Mailand noch läuft.

Die Entschädigung ist ein Trost für Berlusconi, nachdem die Staatsanwälte am Freitag das Berufungsgericht in Mailand aufgefordert haben, ihn wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Haft zu verurteilen. Sie verlangten damit die Bestätigung der erstinstanzlichen Strafe, zu welcher der Ex-Premier im vergangen Oktober verurteilt worden war. Mit einem Urteil in dem Berufungsverfahren ist noch bis Ende März zu rechnen. Bei dem Verfahren in Mailand geht es um den Verdacht des Betrugs und der Unterschlagung beim Kauf von Filmrechten für Berlusconis Medienkonzern Mediaset in den 1990er Jahren.

(APA)
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