Bericht im "Falter": Gewerkschaft weist VP-La...
 

Bericht im "Falter": Gewerkschaft weist VP-Landesgeschäftsführer zurecht

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Artikel wie jener im Falter gehören zu den Grundaufgaben publizistischer Medien, sagt Franz Bauer.
Artikel wie jener im Falter gehören zu den Grundaufgaben publizistischer Medien, sagt Franz Bauer.

VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner wirft Florian Klenk vor, am APA Campus ‚Mechanismen der Skandalisierung‘ zu lehren. Das bringt ihm Kritik ein.

Der Artikel von Florian Klenk über die „Dr. Erwin Pröll Privatstiftung“, die vom Land Niederösterreich dem Bericht zufolge 300.000 Euro überwiesen bekam, zog am Montag weitere Aufmerksamkeit auf sich – befeuert durch eine OTS-Aussendung von VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner unter dem Titel „Bekommt Dr. Klenk Geld für seine Skandalisierungs-Neurotik?“.

Hier spart Ebner nicht mit Vorwürfen: „Für den APA-Campus, der indirekt über die Presseförderung finanziert und damit Steuergeld verwendet wird, macht der Falter-Chefredakteur Seminare unter dem Titel ‚Mechanismen der Skandalisierung‘ und gibt dabei Tipps zur Verdachtsberichterstattung, Rufmord und Skandalisierung,“ heißt es: „Es stellt sich die berechtigte Frage, ob diese Seminare lediglich zur Eigeninszenierung des Dr. Klenk und seine Falter-Fake-News-Geschichten dienen?“

Klenk – so schreibt Ebner – lehre in seinen APA-Seminaren „unter anderem die ‚Kunst der Verpackung: Wie erregen Journalisten Aufmerksamkeit, wenn alle schon alles wissen?‘.“ Genau dies sei auch bei der Dr. Erwin Pröll Stiftung der Fall.

APA weist Vorwürfe zurück

Von der APA heißt es als Reaktion darauf, dass man die Behauptung, die APA würde Seminare im Rahmen der Weiterbildungsreihe APA-Campus indirekt über Presseförderung finanzieren und damit Steuergelder verwenden, zurückweise. Die APA werden weder direkt noch indirekt über Presseförderung oder sonstige staatliche Subventionen finanziert wird: Ihre Eigentümer seien 13 Tageszeitungen und der ORF, die gemeinsam die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der APA garantieren.

Die Journalistengewerkschaft wiederum bezeichnete Ebners Vorwürfe als „ungeheuerlich und demokratieschädigend“. "Ebner wirft Klenk mit seinen unsäglichen Äußerungen die Anstiftung zu strafbaren Handlungen vor“, sagt Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft: Dass Politiker sich zu einer derartigen Wortwahl versteigen, lässt massive Zweifel an deren Qualifikation für ein öffentliches Amt aufkommen.“

Rechnungshof-Präsidentin Margit Kraker hat eine Prüfung der Vorgänge angekündigt. "Die Zeitschrift Falter hat nichts anderes getan, als einen aus ihrer Sicht fragwürdigen Vorgang an die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt Bauer: „Dass der Rechnungshof diesen prüfen will, zeigt, dass es hier tatsächlich Aufklärungsbedarf gibt.“ Diese Form publizistischer Tätigkeit gehöre zu den Grundaufgaben der Medien. Bauer: „Wer das Recht auf freie Meinungsäußerung attackiert, greift damit eine Säule der Demokratie an.“
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