Behindertenverband kritisiert 'Licht ins Dunk...
 

Behindertenverband kritisiert 'Licht ins Dunkel'

ORF/Roman Zach-Kiesling
Die "Licht ins Dunkel"-Botschafter Barbara Stöckl und Peter Resetarits führen heuer durchs Programm.
Die "Licht ins Dunkel"-Botschafter Barbara Stöckl und Peter Resetarits führen heuer durchs Programm.

Der Dachverband der österreichischen Selbstbestimmt-Leben-Bewegung (SLIÖ) bezeichnet das ORF-Sendungsformat als "Gipfel der veralteten Aktion".

"Menschen mit Behinderungen werden vorgeführt, Prominente und Politiker bekommen ihre Bühne, um Mildtätigkeit zu zeigen. Wir wollen aber nicht Objekte von Barmherzigkeit sein, sondern haben das Recht, gleichberechtigt in der Gesellschaft zu leben. Sonst kommen wir uns vor, wie bei Freakshows auf Jahrmärkten früherer Tage" so Bernadette Feuerstein, Vorsitzende vom Dachverband SLIÖ - Selbstbestimmt Leben Österreich.

Pius Strobl, der für "Licht ins Dunkel" zuständige ORF-Hauptabteilungsleiter, verteidigte die Kampagne in einem schriftlichen Statement - deren Intention sei es, die "reale Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen sowohl zu verbessern als auch deren selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft zu unterstützen".

Statt Selbstbestimmung zu fördern, werde "nachhaltig Schaden angerichtet", schoss der SLIÖ zurück. Der ORF nehme "weiterhin die seit Jahrzehnten formulierte Kritik an 'Licht ins Dunkel' nicht ernst nimmt" und verfestige damit Vorurteile. Der Verband fordert nun "ernsthafte Gespräche" zwischen den kritischen Organisationen von Menschen mit Behinderungen und dem ORF, um Licht ins Dunkel durch eine „Aktion Menschenrechte“ zu ersetzen.

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