Begehrte Wiener Privatradiofrequenz
 

Begehrte Wiener Privatradiofrequenz

Heute um 13 Uhr endete die Bewerbungsfrist um die Wiener Privatradiolizenz für die Frequenz 98,3 MHz: Rund 20 Bewerberkonsortien traten in den Ring.

Mit welchem Programmformat das neue Wiener Privatradio, dessen Start realistischer Weise Ende 2006 oder Anfang 2007 erfolgen sollte, on air gehen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Heute um 13 Uhr endete jedenfalls die Bewerbungsfrist um die Wiener Privatradiolizenz für die Frequenz 98,3 MHz. Und rund 20 Bewerberkonsortien sollen sich um die begehrte Hauptstadtfrequenz beworben haben. Die Entscheidung der KommAustria über die Vergabe der begehrten Lizenz - technische Reichweite immerhin 1,7 Millionen Hörer - wird voraussichtlich Mitte 2006 fallen. Und da Einsprüche gegen die Entscheidung der heimischen Medienbehörde zu erwarten sind, wird der Lizenzhalter dann wohl erst gegen Ende des kommenden Jahres feststehen.



Grundlage für die Entscheidung durch die KommAustria ist das Privatradiogesetz, in dem genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien die Auswahl des mit einer Lizenz zu beglückenden Bewerbers zu erfolgen hat. „Bewerben sich mehrere Antragsteller (...) so hat die Regulierungsbehörde dem Antragsteller den Vorrang einzuräumen, bei dem (...) eine bessere Gewähr für eine größere Meinungsvielfalt geboten wird sowie ein eigenständiges (...) Programmangebot zu erwarten ist oder im Fall von Spartenprogrammen (...) ein besonderer Beitrag zur Meinungsvielfalt im Versorgungsgebiet zu erwarten ist," steht da im Paragraf 6 des Privatradiogesetzes geschrieben, wobei die Medienbehörde jenes Programm zu bevorzugen hat, „das den größeren Umfang an eigengestalteten Beiträgen aufweist" und auch zu berücksichtigen hat, „ob einer der Antragsteller bereits bisher die zu vergebende Zulassung entsprechend dem Gesetz ausgeübt hat und (...) inwieweit sich daraus verlässlichere Prognosen für die Dauerhaftigkeit der Hörfunkveranstaltung ableiten lassen."

Die KommAustria hat also bei der Vergabe einer Privatradiolizenz darauf zu achten, dass ein neuer Sender mehr Vielfalt in den Markt bringt, also eine komplementäre Bereicherung für den Markt ist, mehr eigenständige Programmelemente on Air schickt und mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept zu Werke geht. Darüber hinaus von Vorteil ist, wenn ein Antragsteller um eine Lizenz, bereits anderswo in Österreich bewiesen hat, dass er erfolgreich Radio machen kann. Dr. Michael Ogris, der Leiter der KommAustria, erklärt die Gewichtung der einzelnen Kriterien im Rahmen der Lizenzvergabe folgender Maßen: „Die genannten Kriterien sind entscheidend für die Vergabe der Lizenz, wobei nicht nach einem Punktesystem vorgegangen wird. Vielmehr geht es um den Gesamteindruck - ein so genanntes flexibles System der Kriterien." Aber natürlich sei eine der entscheidenden Frage, ob sich ein Antragsteller mit einem Programmformat bewerbe, dass bereits mehrfach in einem Markt vertreten ist oder nicht: „In Wien sind bereits einige Radios mit einem Adult-Contemporary-Format (AC) unterwegs: Daraus lässt sich ableiten, wie die Behörde mit Bewerbern, die ein AC-Format planen, umgehen wird."

(max)

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