BDZV: Deutsche Zeitungen mit Digital-Erlösen ...
 
APA/dpa
E-Paper gewinnt massiv an Bedeutung
E-Paper gewinnt massiv an Bedeutung

Die deutschen Zeitungsverlage haben im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro mit digitalen Angeboten umgesetzt.

Das teilte der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) mit. Ein gutes Drittel davon - 365 Millionen Euro - stammte aus dem Vertrieb von E-Paper-Exemplaren. Hinzu kamen noch 657 Millionen Euro andere digitale Umsätze. Damit ist in erster Linie Internetwerbung gemeint, aber auch Paid-Content-Angebote. Die E-Paper-Auflage gewinnt weiter erheblich an Bedeutung. Sie betrug den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 2,21 Millionen Exemplare - ein Zuwachs um zehn Prozent. "Es zeigt sich, dass auch bei den E-Papern der Bezug im Abonnement geschätzt wird: Bei zwei von drei E-Paper-Exemplaren handelt es sich um Abonnements", so der Verband.


Ein Beispiel für diesen Trend ist der "Spiegel": Die Auflage des Hamburger Nachrichtenmagazins stieg laut Print-IVW im zweiten Quartal um starke 8,3 Prozent. Und auch die E-Paper-Auflage geht durch die Decke: Mit 266.824 E-Papern von insgesamt 731.692 Exemplaren ist mittlerweile mehr als ein Drittel der verkauften Auflage digital. Weiters stieg die Zahl der Abos um zehn Prozent, ebenfalls maßgeblich getrieben durch einen deutlichen Zuwachs bei den E-Paper-Bezieher:innen. Auch Die Zeit kann mit ihren Zahlen glänzen. Im zweiten Quartal wurden pro Ausgabe 612.912 Exemplare verkauft (+4,3 Prozent), davon schon fast jedes zweite als E-Paper: Die digitale Auflage beträgt 270.725 Stück. Weiters konnte der "Focus" ebenso deutlich mehr E-Paper verkaufen als im Vorjahreszeitraum, auch wenn es dem Magazin von Hubert Burda Media bislang nicht gelingt, die sinkende Print-Auflage durch E-Paper ganz auszugleichen. Mit einer verkauften Auflage von 243.266 Exemplaren (davon knapp 73.000 E-Paper) kann das Magazin seine Auflage aber weitgehend stabil halten.

Die deutschen Zeitungen haben den Zahlen zufolge 2021 den coronabedingten Umsatzrückgang vom Vorjahr wieder aufgeholt. Mit 7,2 Milliarden Euro erreichten sie demnach nominal ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. "Hauptgrund dafür waren die Anzeigeneinnahmen, die nach dem Einbruch im Vorjahr um gut sieben Prozent auf 1,95 Milliarden Euro anstiegen. Damit lagen sie aber immer noch um gut ein Zehntel niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019." Die Umsätze mit Abonnements, Verkaufs- und Bordexemplaren erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro. Das waren, wie der BDZV mitteilte, knapp sechs Prozent mehr als vor Corona. Branchenweite Gewinnzahlen veröffentlicht der BDZV nicht.

"Die regionalen Abonnementzeitungen konnten beim Gesamtumsatz 2021 den Negativtrend durchbrechen und erreichten mit 5,92 Milliarden Euro nominal wieder das Ergebnis von 2017", hieß es in der Analyse weiter. In Deutschland werden 2022 erscheinungstäglich 14,61 Millionen Print-Exemplare verkauft (Stand: Zweites Quartal/2022). Davon sind 11,72 Millionen Tageszeitungen, 1,29 Millionen Sonntagszeitungen und 1,6 Millionen Wochenzeitungen.

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