BBC entschädigt Politiker nach falschem Beric...
 

BBC entschädigt Politiker nach falschem Bericht zu Kindesmissbrauch

McAlpine erhält 185.000 Pfund

Nach dem falschen BBC-Bericht über die angebliche Verwicklung eines britischen Politikers in einen Kindesmissbrauchsskandal will die Sendeanstalt den Betroffenen finanziell entschädigen. Der Tory-Politiker Alistair McAlpine erhalte 185.000 Pfund (229.000 Euro) Entschädigung, teilte die BBC am Donnerstag in einer Erklärung mit. Dies entspreche einer Vereinbarung mit dem Politiker, nachdem dieser eine Verleumdungsklage eingebracht hatte. Die "umfangreiche" Zahlung stehe für die "Schwere der Vorwürfe, die wir fälschlicherweise erhoben haben", hieß es.

Neben der Entschädigungszahlung sollen dem Politiker, der zur Zeit von Premierministerin Margaret Thatcher (1979 bis 1990) tätig war, auch seine Kosten erstattet werden. Zudem soll vor Gericht eine Erklärung verlesen werden, mit der sich die BBC bei ihm entschuldigen will.

McAlpine begrüßte die "schnelle und frühe Einigung mit der BBC". Er wolle jetzt auch eine Einigung mit weiteren Organisationen erzielen, "die verleumderische Äußerungen" über ihn veröffentlicht hätten sowie mit Einzelpersonen, die den Kurznachrichtendienst Twitter zur Verbreitung genutzt hätten.

Der falsche Bericht war vom BBC-Flaggschiff "Newsnight" gesendet worden. Neben dem Skandal ist die BBC zudem in eine weitere Missbrauchsaffäre verwickelt. In diesem Fall geht es um den einstigen BBC-Starmoderator Jimmy Savile, der jahrelang Kinder missbraucht haben soll. Savile starb vergangenes Jahr im Alter von 84 Jahren. "Newsnight" wird vorgeworfen, Hinweise zum Fall Savile zurückgehalten zu haben. Zudem gibt es Vorwürfe, dass Savile von BBC-Mitarbeitern jahrelang gedeckt wurde.

(APA/AFP)
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