Axel Springer verkauft Regionalzeitungen
 

Axel Springer verkauft Regionalzeitungen

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Neuer Eigentümer ist die Funke-Gruppe - Kaufpreis beträgt 920 Mio. Euro - Gründung von Gemeinschaftsunternehmen für Vermarktung und Vertrieb - Döpfner: "Die Entscheidung, uns von einigen der traditionsreichsten Marken des Hauses zu trennen, ist uns nicht leicht gefallen."

Die Funke Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe) übernimmt Regionalzeitungen sowie Programm- und Frauenzeitschriften von der Axel Springer AG – darauf haben sich die beiden Unternehmen laut einer gemeinsamen Aussendung am 25. Juli geeinigt. Der Kaufpreis beträgt dem Schreiben zufolge 920 Millionen Euro. Es sei ein rechtsverbindlicher Vorvertrag geschlossen worden, wobei es aber noch der fusions- und kartellrechtlichen Freigabe durch die zuständigen Behörden bedürfe, mit der nicht vor Ende des Jahres zu rechnen sei. Die Umsetzung der beabsichtigen Maßnahmen sei mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Jänner 2014 geplant.

Künftig werden die Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“, die Anzeigenblätter in Berlin und Hamburg sowie fünf Programm- und zwei Frauenzeitschriften von Axel Springer („Hörzu“, „TV Digital“, „Funk Uhr“, „Bildwoche“, „TV Neu“, „Bild der Frau“ und „Frau von Heute“) sowie die dazugehörigen Digitalmarken unter dem Dach der Funke Mediengruppe erscheinen. Die Regionalzeitungsgruppen sowie die Programm- und Frauenzeitschriften trugen im Geschäftsjahr 2012 94,8 Millionen Euro zum EBITDA und 512,4 Millionen Euro zum Umsatz des Axel Springer-Konzerns bei.

Gemeinschaftsunternehmen für Vermarktung und Vertrieb

In diesem Zusammenhang sei auch vereinbart worden, dass Gemeinschaftsunternehmen für Vermarktung und Vertrieb von gedruckten und digitalen Medienangeboten gegründet werden. Damit wollen die Unternehmen ihre Aktivitäten, Ressourcen und ihr Know-how in diesen Bereichen bündeln. Axel Springer werde hier in der unternehmerischen Führung sein und die Mehrheit halten.

Axel Springer verfolgt Digitalisierungsstrategie

Die Medienhäuser wollen sich künftig noch konsequenter auf ihre jeweiligen strategischen Ausrichtungen konzentrieren. Axel Springer verfolge eine Digitalisierungsstrategie mit dem Ziel, das führende digitale Medienunternehmen zu werden. Dabei fokussiere sich das Unternehmen noch stärker auf seine Kernmarken „WELT“- und „BILD“-Gruppe mit den dazugehörigen Zeitschriftenmarken („Auto BILD“-Gruppe, „Computer BILD“-Gruppe, „SportBILD“). Ein weiterer Fokus von Axel Springer liege auf dem Ausbau von Online-Rubrikenmärkten und digitalen Vermarktungsplattformen.

Funke-Gruppe sieht neue Perspektiven

Thomas Ziegler, Geschäftsführer Funke Mediengruppe, erklärt: „Wir müssen unsere Kräfte bündeln – denn der Medienmarkt stellt uns vor anspruchsvolle Aufgaben.“ Ihm zufolge eröffnen sich dem Haus nun neue Perspektiven im Print- und Online-Bereich, etwa „in der intelligenten Verzahnung beider Welten.“ Ziegler weiter: „Gemeinsam mit den zu uns kommenden Kolleginnen und Kollegen bauen wir ein nationales Medienhaus auf. Print und Online, erfolgreiche Regionalzeitungen und erfolgreiche Magazine, journalistische Qualität und wirtschaftlicher Ertrag – dafür wird die Funke Mediengruppe stehen.“

"Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen"

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer AG erklärt: „Die Entscheidung, uns von einigen der traditionsreichsten Marken des Hauses zu trennen, ist uns nicht leicht gefallen. Wir sind jedoch sicher, dass die Bündelung in der Funke Mediengruppe, die sich im Kern auf regionalen Print- und Online-Journalismus sowie Magazine konzentrieren will, für eine langfristige Perspektive der Marken und deren Mitarbeiter das Beste ist. Die unterschiedlichen Strategien der beiden Häuser ergänzen sich hervorragend.“
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