Axel Springer stoppt Investments in die Pin G...
 

Axel Springer stoppt Investments in die Pin Group

In Deutschland soll bei der Öffnung der Postmärkte am 1. Jänner 2008 ein Mindestlohn für Briefzusteller in Kraft treten.

Axel Springer will keine weiteren Finanzmittel für die Pin Group, einem Konkurrenten der Deutschen Post, bereit stellen. Das teilte das Unternehmen vergangenen Freitag, dem 14. Dezember 2007, mit. Kurz zuvor hat der deutsche Bundestag sich für einen allgemein verbindlichen Mindestlohn in der Post-Branche ausgesprochen, der bereits bei der Öffnung der Postmärkte am 1. Jänner 2008 in Kraft treten soll. Dieser soll bei neun Euro im Osten und 9,80 Euro im Westen liegen, Springer zahlt heute durchschnittlich 7,40 Euro. Axel Springer hat in den vergangenen zwei Jahren rund 620 Millionen Euro in die Pin Group investiert und ist mit 63,7 Prozent der größte Anteilseigner.

Der Medienkonzern hat sich bereit erklärt, seine Mehrheit an der Pin Group abzugeben, "wenn Minderheitsgesellschafter und neue Investoren ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, um eine wirtschaftliche Perspektive in neuer Positionierung zu ermöglichen." Mit der Unterstützung der Mitgesellschafter ist dabei offenbar nicht zu rechnen: "Keiner der Mitgesellschafter der Pin Group (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, WAZ-Mediengruppe, Verlagsgruppe Madsack, Rosalia /Pin Group-CEO Günter Thiel sowie die West Mail Holding) ist aktuell bereit, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen", hört man von Springer. Dagegen hat Pin-Vorstandsvorsitzende Günter Thiel laut Spiegel Online nochmals Interesse an einer Übernahme der Springer-Anteile am Unternehmen signalisiert. Externe Unterstützer dürften noch nicht gefunden sein: Die zuletzt als Einstiegskandidaten gehandelte Deutsche Sparkassen- und Giroverband Berlin (DSGV) hat einen Einstieg dementiert.

In Österreich soll die Beförderung von Briefsendungen unter 50 Gramm im Jahr 2011 liberalisiert werden. Ob und in welcher Form die Beschäftigungsverhältnisse der Briefzusteller gesetzlich geregelt werden sollen, steht hierzulande noch zur Diskussion.

(rs)

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