Axel Springer startet neuartiges Anzeigenblat...
 

Axel Springer startet neuartiges Anzeigenblatt

Die "Berliner Morgenpost Wochenend-Extra" wird ab 20. September von der deutschen Post verteilt.

Axel Springer bringt ab dem 20. September 2008 jeweils samstags eine kostenlose Wochenzeitung mit dem Titel "Berliner Morgenpost Wochenend-Extra" auf den Markt. Dabei handelt es sich offenbar doch nicht um eine "Gratis-Wochenzeitung", sondern um ein "neuartiges Konzept eines Anzeigenblattes", wie es in einer Richtigstellung von Seiten Axel Springers heißt.  Die "Berliner Morgenpost Wochenend-Extra" erfülle keines der Merkmale einer typischen Gratiszeitung, wie etwa tagesaktuelle Berichterstattung oder eine aktive Verteilung an Pendler. Die Einführung diene in erster Linie der Stärkung des Marken-Bekanntheitsgrads der "Berliner Morgenpost", der Ansprache neuer Zielgruppen, der Erschließung zusätzlicher Erlösquellen durch das Anzeigengeschäft sowie der Marktabsicherung.



Dennoch soll der Titel eine Zusammenfassung der Wochenereignisse liefern. Dazu werden redaktionelle Beiträge der "Berliner Morgenpost" (verkaufte Auflage: 147.000 Exemplare) zweitverwertet und die hauseigene Entwicklungs- und Serviceredaktion soll Nutzwertinhalte wie Veranstaltungstipps, das TV-Programm fürs Wochenende und wichtige Adressen beisteuern. Die Auflage des Wochentitels umfasst rund eine Million Exemplare. Von den 16 Seiten Umfang sind in der ersten Ausgabe insgesamt 2 Seiten mit Anzeigen bestückt. Eine Launchkampagne ist nicht geplant. Die Zustellung übernimmt die Deutsche Post.



Zum Hintergrund: Gratiszeitungen, so wie sie es in Österreich mit "Heute" oder "Öberösterreichs Neue" gibt, existieren in Deutschland seit dem Jahr 2001 nicht mehr. 1999 versuchte die Verlagsgruppe Shipsted den Titel "20 Minuten" zu lancieren. Die Kaufzeitungsverlage DuMont und Axel Springer reagierten mit Konkurrenz-Produkten und Klagen. Im Jahr 2001 wurden die Gratiszeitung und die Konkurrenzblätter eingestellt. Den Titel "20 Minuten" gibt es derzeit in Frankreich und Spanien; das Schweizer Gratisblatt hat Schibsted im Jahr 2005 an Tamedia verkauft.

stats