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Auszeichnung

17. Prälat-Ungar-Preise vergeben

Caritas Österreich
Mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalistenpreis werden im Gedenken an den ehemaligen Caritas-Präsidenten herausragende journalistische Leistungen prämiert.
Mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalistenpreis werden im Gedenken an den ehemaligen Caritas-Präsidenten herausragende journalistische Leistungen prämiert.

Nina Strasser in der Kategorie Print, Christa Hofmann in der Kategorie Fernsehen und David Freudenthaler, Michael Mayrhofer und Philipp Pankraz in der Kategorie Online ausgezeichnet.

Zum 17. Mal wurden am Donnerstagabend die Prälat-Leopold-Ungar-Preise vergeben. Mit 20.000 Euro ist die von der Caritas Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien vergebene Auszeichnung der höchstdotierte Journalistenpreis Österreichs. Coronabedingt wurde der Preis online und via Livestream vergeben – musikalisch begleitet von den Strottern.

Die Haupt-PreisträgerInnen 2020

In der Kategorie Print wurde dieses Jahr Nina Strasser für ihren Beitrag "Wie geht es Tante Helli?", der im Nachrichtenmagazin News erschienen ist, ausgezeichnet.

Der Hauptpreis in der Kategorie Fernsehen geht heuer an Christa Hofmann für ihr Weltjournal "Syrien – das Erbe des IS" in ORF 2. Hofman konnte Anfang des Jahres als eine der wenigen internationalen JournalistInnen die ehemaligen IS-Gebiete in Nordsyrien besuchen.

Der Hauptpreis in der Kategorie Online wurde heuer an die Journalisten David Freudenthaler, Michael Mayrhofer und Philipp Pankraz von der Redaktion Addendum verliehen. In ihrer mehrteiligen Podcast-Reihe „Die vergessene Hölle“ arbeiten sie die Geschichte des Konzentrationslagers Gusen auf, dessen Existenz von vielen AnwohnerInnen des Orts verdrängt, von der Politik ignoriert und auch in der Wissenschaft wenig beleuchtet wurde.

In der Kategorie Radio wurde die Arbeit von Claudia Gschweitl mit dem Titel „Willkommen in Weikendorf“ in der Reihe „Hörbilder“ auf Ö1 ausgezeichnet. Im Sommer 2019 geriet der kleine Ort Weikendorf im Weinviertel landesweit und auch international in die Schlagzeilen: Eine palästinensische Flüchtlingsfamilie wollte dort ein Haus kaufen, doch der Bürgermeister verweigerte seine Zustimmung. Die DorfbewohnerInnen starteten eine Unterschriftenaktion gegen den Zuzug der Muslime.

Die AnerkennungspreisträgerInnen 2020

Anerkennungspreise wurden heuer in der Kategorie Print an Sophia Lang („Ziemlich beste Freundinnen“, erschienen in „Welt der Frauen“), Eja Kapeller („Du und Ich“, erschienen in Wienerin), Jana Reininger („Verrückte Kindheit“, erschienen in DATUM) vergeben. In der Kategorie TV wurden Helene Voglreiter („Angegriffen und aufgelegt - Wie ein junger Mann mit Behinderung doppelt diskriminiert wurde“, für „Freistunde“ ORF) und Alexander Bischofberger-Mahr („Obdachlos im Winter – wenn die Kälte kommt“, für krone.tv) ausgezeichnet. Die Anerkennungen im Bereich Hörfunk gingen an Stefanie Jeller („Eine Kindheit als U-Boot“, für Radio Klassik Stephansdom), Alina Sklenicka („Posten lernen ohne Hass“, in „Moment-Leben heute“ Ö1) und Eva Gänsdorfer („Wenn der Krieg Familien trennt“, in „Moment-Leben heute“ Ö1). Valentine Auer („ROM*NJA, erschienen auf https://romnja.valentine-auer.at/) erhielt einen Anerkennungspreis in der Kategorie Online.


Caritas Präsident Michael Landau beglückwünschte die PreisträgerInnen via Video: „Als Caritas sind wir überzeugt: Das Antlitz einer Gesellschaft nimmt gerade auch in dieser Krise daran Maß, wie mit den Schwächsten umgegangen wird. Und ähnlich verhält es sich vielleicht auch mit gutem Journalismus: Er sollte auch die Sorgen und Nöte jener in den Blick nehmen, die über keine Lobby verfügen. Die PreisträgerInnen geben diesen Menschen ein Gesicht. Und das ist entscheidend – in einer Zeit, in der unsere Augen zu allererst auf täglich aktualisierte Gesundheits-Daten und AMS-Statistiken gerichtet sind. Denn die aktuelle Krise ist keine, die sich mit Zahlen alleine erfassen lässt.“

Michael Rab, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, betonte: „Die PreisträgerInnen haben mit ihren journalistischen Arbeiten eindrucksvoll aufgezeigt, dass auch in Zeiten der Krise ein qualitativ hochwertiger Journalismus nicht nur möglich, sondern auch dringend notwendig ist. Österreich braucht verantwortungsvollen Journalismus als reflektierendes Korrektiv und letztlich als zentralen gesellschaftlichen und demokratischen Beitrag.“

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