Ausstieg aus Decoder-Geschäft
 

Ausstieg aus Decoder-Geschäft

Premiere World trennt sich von der verlustreichen Empfangstechnik für das Bezahlfernsehen.

Den Ausstieg aus dem Decodergeschäft kündigt der neue Premiere-Chef Ferdinand Kayser gegenüber dem "Handelsblatt" an. Kayser bemerkt, dass Premiere Lieferant von Inhalten sei und die Hersteller künftig selbst Empfangsgeräte für das digitale Fernsehen entwickeln und verkaufen sollen. Premiere World, das mit seinem Programm bislang auch den eigenen Decoder d-box vertrieb, will sich künftig auf interaktive Dienste wie Spiele, Merchandising und Teleshopping konzentrieren. Von dem Strategiewechsel verspricht sich Premiere langfristig Einsparungen in Höhe von 3,5 Milliarden Schilling (255,7 Millionen Euro) jährlich. Premiere-Hauptgesellschafter Leo Kirch und sein Partner Rupert Murdoch wollen die hohen jährlichen Verluste des Bezahlfernsehens von zuletzt elf Milliarden Schilling möglichst schnell senken, heißt es in dem Blatt. Premiere arbeite mit Hochdruck an neuen Erlösquellen. Derzeit hat der Sender 2,2 Millionen digitale Kunden, die für neue Geschäfte im Freizeit-, Spiele- und Merchandising-Bereich genutzt werden sollten, meinte Kayser, der seit wenigen Wochen Chef von Premiere World ist. Vier Millionen Kunden werden angestrebt. Spätestens 2004 soll die Gewinnzone erreicht sein.

(gk)


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