Qualitätsjournalismus: "Datum" vergibt Talent...
 
Qualitätsjournalismus

"Datum" vergibt Talentepreis 2019

Thomas Gobauer
V.l.n.r.: Patricia McAllister-Käfer (Chefin vom Dienst & Leitung "Datum"-Talenteprogramm), Alexander Zach (Geschäftsführer), Marija Barišić (Gewinnerin, "Datum"-Talent 2019), Sebastian Loudon (Herausgeber)
V.l.n.r.: Patricia McAllister-Käfer (Chefin vom Dienst & Leitung "Datum"-Talenteprogramm), Alexander Zach (Geschäftsführer), Marija Barišić (Gewinnerin, "Datum"-Talent 2019), Sebastian Loudon (Herausgeber)

Das Monatsmagazin für Politik und Gesellschaft zählt zu den wichtigsten Ausbildungsstätten im österreichischen Qualitätsjournalismus.

Datum hat am Donnerstag zum zweiten Mal seinen "Talentepreis 2019" vergeben. Gewonnen hat den mit tausend Euro dotierten Preis Marija Barišić mit ihrer Recherche "Das Geschenk" über umstrittene Hörimplantate für gehörlos geborene Kinder. Eine Fachjury, bestehend aus Ingrid Brodnig, Barbara Kaufmann, Solmaz Khorsand, Joachim Riedl und Anneliese Rohrer, kürte den Gewinnertext, die Plätze zwei und drei gingen an Laura Anninger und Lydia Mitterbauer. An Barišićs Text gefiel der Jury unter anderem dessen "einfühlsame Erzählweise, ohne [dabei] wertend zu sein und ohne die Porträtierten auszustellen".

2018 gründete das Monatsmagazin sein Talenteprogramm, im Rahmen dessen das Datum-Team mit Berufseinsteigern an Geschichten arbeitet. "Die jungen Journalistinnen und Journalisten müssen dabei nicht so sehr 'Neugier' mitbringen, wie oft gefordert, sondern vor allem ein Erkenntnisinteresse: Sie müssen wissen, was sie im Interesse der Öffentlichkeit wissen wollen müssen“, erklärt Patricia McAllister-Käfer, die bei Datum als Chefin vom Dienst das Talenteprogramm leitet. Mehr als ein Dutzend Talentetexte erschienen im Laufe des Jahres 2019 im Magazin.

In Marija Barišićs Recherche geht es um ein Implantat, dank dessen gehörlos geborene Kinder hören können. Nicht alle Eltern wollen das. Barišić stellt die unterschiedlichen Sichtweisen aus der und auf die Situation betroffener Familien dar – wie die von Ärzten oder der Gemeinschaft der Gehörlosen: "Für viele taub geborene Menschen ist Gehörlosigkeit keine Behinderung, sondern Teil ihrer Identität und Kultur", schreibt sie. Barišić hat in Wien Journalismus studiert und lebt derzeit in München, wo sie als Volontärin bei der Süddeutschen Zeitung arbeitet. Über das Talenteprogramm sagt sie: "Ich finde, dass es viel zu wenige Redaktionen gibt, die jungen Journalisten die Freiheit geben, zu scheitern. Dann scheitert eine Geschichte eben oft daran, dass sie auf keinen Fall scheitern darf. Ich will gar nicht wissen, wie viele journalistische Talente nur deswegen unentdeckt bleiben, weil sie diesen Raum nie finden."
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