Aus BSkyB wird nach Übernahmen Sky
 

Aus BSkyB wird nach Übernahmen Sky

Der Medienmogul Rupert Murdoch treibt die Vereinigung seiner europäischen Pay-TV-Sender unter der Marke Sky voran

Der Medienmogul Rupert Murdoch treibt die Vereinigung seiner europäischen Pay-TV-Sender unter der Marke Sky voran. Mit dem Kauf zusätzlicher Anteile an Sky Deutschland geht Murdochs Ableger BSkyB einen weiteren Schritt auf dem Weg, an dessen Ende für Deutschlands größten Bezahlsender der Abschied aus dem Nebenwerteindex MDax und womöglich von der Börse stehen könnte.

Außerdem kündigte das Unternehmen am Donnerstag an, seinen Namen von British Sky Broadcasting (BSkyB) auf Sky zu verkürzen und damit europaweit unter derselben Marke aufzutreten.

Murdoch hatte im Juli angekündigt, seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zum größten privaten Fernsehkonzern Europas zu bündeln. Dafür verschob Murdoch den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner Konzernholding 21st Century Fox zu BSkyB. Im Zuge dessen war BSkyB nach deutschem Recht verpflichtet, den übrigen Aktionären ein Angebot zu machen. Angesichts der satten Mehrheit ließen die Briten zunächst kein Interesse an weiteren Aktien erkennen: Der Angebotspreis von 6,75 Euro je Aktie war annähernd so viel, wie das Papier bereits vor der Bekanntgabe des Plans kostete.

Doch als den Briten überraschend viele Aktien angedient wurden, kamen sie auf den Geschmack: Erst verlängerten sie die Offerte bis zum 3. November. Als danach der Aktienkurs deutlich unter die wochenlang gehaltene Marke von rund 6,75 Euro sank, kaufte BSkyB nach - und kam so nach Angaben vom Mittwochabend insgesamt auf eine Beteiligung von 89,71 Prozent. Nach den Regeln der Deutschen Börse müssen Unternehmen für die Indexmitgliedschaft Mindestwerte bei Streubesitz, bei dessen Marktkapitalisierung und beim Börsenumsatz erreichen. Für den Streubesitz gilt eine Untergrenze von zehn Prozent.

Regulär entscheidet die Börse erst im März wieder über die Zusammensetzung des MDax. In Ausnahmefällen sind aber vorzeitige Änderungen möglich. Ab einer Schwelle von 95 Prozent könnten die Briten die restlichen Aktionäre nach deutschem Aktienrecht sogar mit einer Zwangsabfindung herausdrängen. Die Sky-Deutschland-Aktie gab am Donnerstag 1,8 Prozent auf 6,50 Euro nach. Sky Italia gehörte bereits vorher komplett zu Murdochs Reich. Die Aktie der Briten, die umgerechnet 8,7 Mrd. Euro für die Zukäufe ausgeben, verlor 1,3 Prozent.

Die drei Sky-Sender kommen auf einen Gesamtumsatz von 14 Mrd. Euro. Sie liegen damit weit vor der überwiegend werbefinanzierten RTL-Gruppe, die zuletzt 5,9 Mrd. Euro umsetzte. In Deutschland erlösen die mächtigen öffentlich-rechtlichen Sender zusammen 8,3 Mrd. Euro im Jahr. Von einem gebündelten Vertrieb und einer größeren Einkaufsmacht gegenüber Filmproduzenten und Sport-Veranstaltern verspricht sich BSkyB europaweit positive Effekte von umgerechnet rund 250 Mio. Euro im Jahr.
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