Aufregung um "Licht"-Doku auf ORF
 

Aufregung um "Licht"-Doku auf ORF

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Vom ORF mitfinanzierter Film legt nahe, dass es Ernährung nur mit Licht gibt - Wrabetz distanziert sich vor Stiftungsräten

Der ORF hat am Mittwochabend um 20:15 Uhr auf ORF eins eine so titulierte "Dokumentation" über Menschen, die sich von Licht ernähren können gezeigt und hat dafür heftige Kritik geerntet. In dem vom ORF und dem Österreichischen Filminstitut finanzierten Streifen "Am Anfang war das Licht" begibt sich Macher Peter A. Straubinger "auf spannende Spurensuche rund um den Globus – vom Wiener AKH, in die Schweiz, bis nach Indien und China", wie dem Pressetext zu entnehmen war und gibt damit laut ORF-Programminformation einen "Denkanstoß, der unser mechanistisch-materialistisches Weltbild erschüttert." Straubinger befragte dazu Fastenärzte und -ärztinnen, Schulmediziner/innen, sogenannte Heilige, Psychiater, Quantenphysiker, Yogis und Bewusstseinsforscher zu einem angeblichen Leben ohne feste Nahrung. Heraus kam ein Film, der bereits 2011 mit dem Negativpreis "Goldenes Brett vorm Kopf" ausgezeichnet wurde.

Kritiker monierten vor allem auf Sozialen Medien, dass die esoterische "Lichtnahrung" bei Leichtgläubigen zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen könne und daher eine Ausstrahlung zur Primetime höchst problematisch sei. Die anschließende Diskussion zu dem Thema unter anderem mit dem Filmemacher und einem Arzt, der Lichtfasten "für möglich hält" (Zitat ORF-Programminformation), rückte das Bild auch nicht mehr gerade.

Am Donnerstag war der Streifen dann auch Thema im ORF-Stiftungsrat, wo Generaldirektor Alexander Wrabetz sich nach Informationen von HORIZONT online vom Film und dessen Inhalten distanzierte. Eine Anfrage beim ORF auf Stellungnahme blieb zunächst unbeantwortet.
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