Auflagen: RTL und Bouygues stoppen TV-Senderf...
 
Auflagen

RTL und Bouygues stoppen TV-Senderfusion in Frankreich

Eric Steichen
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg

RTL prüft nach gescheiterter Fusion in Frankreich Optionen für M6

Die von RTL und dem Mischkonzern Bouygues angepeilte Fusion der Fernsehgruppen TF1 und M6 in Frankreich ist vom Tisch. Als Grund nannte der Fernsehkonzern mit Sitz in Luxemburg behördliche Auflagen. RTL und Bouygues seien zu dem Schluss gekommen, dass dadurch die geplante Fusion keinen strategischen Mehrwert mehr biete, teilten RTL und Bouygues am Freitag gemeinsam mit.


Die beiden Konzerne hatten nach eigenen Angaben Anfang September an Anhörungen der Wettbewerbsbehörde teilgenommen. Dort wurde ihnen auferlegt, dass die privaten Sender TF1 oder M6 mindestens ausgegliedert werden müssten. Geplant war eine Fusion der Sendergruppen bis Jahresende.

Suche nach Optionen

RTL lotet nun Perspektiven für M6 aus. Die Bertelsmann-Tochter müsste einen möglichen Verkauf bis Frühjahr 2023 abgeschlossen haben, lässt sich aber noch nicht in die Karten schauen. "Wir werden uns mit dem Management von M6 zusammensetzen und Optionen für die Zukunft erörtern", sagte ein Sprecher der RTL Group am Montag nur.

Auf die Frage, was man bei einem Scheitern der Fusion mit M6 tun werde, hatte RTL-Chef Rabe in der Vergangenheit gesagt, es gebe keinen "Plan B". Im Reuters-Interview sagte Rabe jüngst, die M6 Gruppe sei nach wie vor hochprofitabel, habe im vorigen Jahr Rekordergebnisse erzielt und ein exzellentes Management. "Wir haben jetzt kein akutes Problem." Man habe immer gesagt, man wolle mit TF1 zusammengehen, um sich langfristig besser aufzustellen.

'Kein gutes Vorzeichen für Deutschland'

Mit dem Scheitern der Fusion dürften sich weitere Gedankenspiele um ein Näherrücken von RTL mit ProSiebenSat.1 vorerst erübrigen. "Die Logik für den Zusammenschluss von TF1 und MG ist genau die gleiche Logik wie für RTL und ProSiebenSat.1", sagte Rabe Ende August zu Reuters. Schon damals räumte er ein, dass ein Verbund der beiden deutschen Sender wohl erst einmal vom Tisch sei, sollten die französischen Wettbewerbshüter kein grünes Licht für M6/TF1 geben. "Wenn Frankreich nicht genehmigt werden sollte, dann wären das natürlich keine guten Vorzeichen für Deutschland."

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