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ATV-Verkauf: Zeitungsverleger sehen "Gefahr für Medienvielfalt"

Franz Helmreich Fotografie
Dass die weitere Konzentration - wie vom Kartellgesetz in solchen Fällen gefordert - notwendig und volkswirtschaftlich gerechtfertigt sei, lässt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger nicht gelten.
Dass die weitere Konzentration - wie vom Kartellgesetz in solchen Fällen gefordert - notwendig und volkswirtschaftlich gerechtfertigt sei, lässt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger nicht gelten.

Die Zeitungsverleger orten eine Gefahr für die Medienvielfalt und den Wettbewerb und zweifeln darüber hinaus an, ob die Fusion kartellrechtlich überhaupt genehmigt werden kann.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) übt Kritik an der Übernahme des Privatsenders ATV durch die ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe. "Als größte Privatsendergruppe hat ProSiebenSat.1-Puls 4 schon heute eine eindeutig marktbeherrschende Stellung im Land - mit dem Erwerb von ATV verbliebe eigentlich nur noch Servus TV als genuin österreichisches Privatsender-Vollprogramm, mit einem Fernsehmarktanteil unter zwei Prozent. Von österreichischer Fernsehvielfalt kann dann eher nicht mehr gesprochen werden", erklärte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger in Reaktion auf den bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldeten Zusammenschluss.

"Weniger Abwechslung für das Publikum und langfristig höhere Preise für die gesamte Werbewirtschaft - über die Konsequenzen einer noch drastischeren Konzentration am Fernsehmarkt sollten sich die Wettbewerbshüter keine Illusionen machen", so Grünberger weiter. Ob die geplante Fusion kartellrechtlich überhaupt genehmigungsfähig ist, erscheint für VÖZ-Vertreter noch klärungsbedürftig: "Redaktionelle und publizistische Medienvielfalt braucht vor allem die Vielfalt selbstständiger nicht verbundener Medienunternehmen, durch die eine Berichterstattung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Meinungen gewährleistet wird."

Dass die weitere Konzentration - wie vom Kartellgesetz in solchen Fällen gefordert - notwendig und volkswirtschaftlich gerechtfertigt sei, lässt Grünberger nicht gelten: "Schließlich haben bereits mehrere Akteure ihr - kartellrechtlich weitaus unbedenklicheres - Kaufinteresse bekundet. Eine Einstellung des Senders ATV steht damit ohnedies nicht mehr im Raum."
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