ATV-Verkauf: Wrabetz fordert nach "Anschluss"...
 

ATV-Verkauf: Wrabetz fordert nach "Anschluss" Auflagen

Elisabeth Kessler
Nach dem Bekanntwerden der Übernahme von ATV durch die ProSieben-Gruppe twitterte der ORF-General: "ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt. Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig. BWB am Zug."
Nach dem Bekanntwerden der Übernahme von ATV durch die ProSieben-Gruppe twitterte der ORF-General: "ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt. Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig. BWB am Zug."

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fordert nach der Übernahme von ATV durch die ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe Auflagen für den Deal.

Nachdem bekannt wurde, dass die ProSiebenSat.1 PULS 4-Gruppe plant, ATV von der Tele München Fernseh GmbH & Co. zu übernehmen und die Übernahmeverträge bereits unterzeichnet wurden (HORIZONT berichtete), sprach sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz via Twitter für Auflagen für den Deal aus. Für Kritik sorgte dabei Wrabetz' Wortwahl: Der ORF-Chef bezeichnete den Verkauf von ATV an den Österreich-Ableger des deutschen Privat-TV-Konzerns ProSiebenSat.1 als "Anschluss".

In Österreich wird mit dem Begriff vor allem der "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland beziehungsweise die Besetzung Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938 assoziiert. Wrabetz hatte den deutschen Privat-TV-Konzernen schon früher "Kolonialoffiziersmentalität" in Österreich vorgeworfen.

Nach dem Bekanntwerden der Übernahme von ATV durch die ProSieben-Gruppe twitterte der ORF-General am Dienstagnachmittag: "ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt. Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig. BWB am Zug."

Beim künftigen ATV-Eigentümer ProSiebenSat.1-Puls 4 sorgte Wrabetz' Äußerung für Kritik. Von einer "unglaublichen Wortwahl" sprach Puls 4-Infochefin Corinna Milborn. "So ein Begriff von höchster Stelle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich finde das wirklich skandalös", meinte Milborn via Twitter.
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