ATV-Verkauf: Das sagen Fellner und Dichand
 
David Bohmann/Heute
Wolfgang Fellner und Eva Dichand bekunden nun auch offiziell Interesse an ATV.
Wolfgang Fellner und Eva Dichand bekunden nun auch offiziell Interesse an ATV.

Warum jetzt Wolfgang Fellner und Eva Dichand ins Rennen gehen.

Altes Thema, neue Wende: Eigentümer Herbert Kloiber bestätigte diese Woche den geplanten Verkauf von ATV an die ProSiebenSat.1-Gruppe, der demnächst erfolgen soll. "Der Verkauf ist im Zielkorridor. Es gibt nur kleine Hürden zu überwinden", sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Bei ProSiebenSat.1 wollte man sich zur Übernahme nicht äußern. "Zu laufenden Verhandlungen nehmen wir keine Stellung", hieß es seitens eines Unternehmenssprechers. Und auch die österreichische Tochter des Münchner Medienkonzerns gibt sich bedeckt: "Keine Stellungnahme", so eine Sprecherin der Sendergruppe gegenüber HORIZONT. Das Handelsblatt zitierte allerdings einen Konzerninsider mit den Worten: "Der Deal ist in wenigen Tagen unter Dach und Fach."

Interesse von Fellner und Dichand

Nun kommt neue Bewegung in den Verkaufsprozess. Österreich-Heraus­geber Wolfgang Fellner, der seit Herbst den TV-Sender oe24.TV betreibt, bekundet gegenüber HORIZONT sein Interesse. "Ja, es gibt ein Angebot", so Fellner. "Und wenn uns Herr Kloiber eine Due-Diligence-Prüfung erlauben würde und diese keine Hindernisse bringt, könnten wir binnen weniger Tage ein rechtsverbindliches Angebot abgeben und die Finanzierung auf den Tisch legen. Aber ohne Due Diligence geht das natürlich nicht - und diese wurde bisher nur ProSiebenSat.1 gestattet, uns nicht."

Vor wenigen Tagen trat ein weiterer Interessent an die Öffentlichkeit: die Heute-Gruppe. Eva Dichand, Herausgeberin der Tageszeitung Heute, bekundet in einem Tweet nicht nur Interesse, sondern auch die Absicht, mit einem Angebot in das Rennen um den Privatsender einzusteigen. HORIZONT gegenüber sagt sie: "Ich werde nächste Woche ein Angebot mit einem internationalen Partner für den Kauf von ATV abgeben. Ich sehe nämlich Synergien mit der jungen Zielgruppe unseres Mediums." Dichand betont auch die medienpolitische Rolle. "Ich bin der Meinung, dass zumindest ein Privatsender in Österreich von einer österreichischen Mediengruppe, wenn auch in Kooperation mit einem internationalen Fernsehsender, betrieben werden sollte. Es wäre schade, wenn es nicht zwei Privatsender mit unterschiedlichen Eigentümern in Österreich gäbe", so Dichand.
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