ATV: Die Wertschöpfung muss bleiben
 

ATV: Die Wertschöpfung muss bleiben

Kommentar von Timo Niemeier

ATV steht zum Verkauf. Das hat Eigentümer Herbert Kloiber in einem Interview unmissverständlich deutlich gemacht. Das ist unerfreulich, bislang hat der Medienmogul seinem Geschäftsführer Martin Gastinger in der Öffentlichkeit immer den Rücken freigehalten hat – trotz jährlichen Verlusten in Millionenhöhe. 


Es ist zu befürchten, dass ATV an einen Eigentümer verkauft wird, der nur auf Profit aus ist und den Sender inhaltlich entsprechend aufstellt. Ein weiterer Sender, der fast ausschließlich mit günstigen US-Serien und Filmen bespielt wird, könnte die mögliche Folge sein. ATV hat viele Eigenproduktionen im Programm, über deren Qualität man streiten kann. Doch der Sender sorgt damit auch für Jobs in der österreichischen Produktionslandschaft und eine entsprechende Wertschöpfung. Diese gilt es zu halten.

Und dann wären da natürlich noch die Mitarbeiter. Die Sportredaktion wurde bereits vor einigen Monaten entlassen, bei einem Eigentümerwechsel könnten durch Umstrukturierungen noch viele Jobs mehr gefährdet sein – auch in der Information, einer wichtigen Säule des Senders. Ob man sich ein anspruchsvolles, aber teures „Klartext“ leisten will, ist zumindest fraglich. 
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