Attacken auf freie Medien sind alltäglich gew...
 

Attacken auf freie Medien sind alltäglich geworden

Reporter ohne Grenzen
Im roten Bereich, der eine „schwierige Lage“ für Journalismus definiert, sind zwei Länder neu hinzugekommen, insgesamt sind es nun 51 Staaten.
Im roten Bereich, der eine „schwierige Lage“ für Journalismus definiert, sind zwei Länder neu hinzugekommen, insgesamt sind es nun 51 Staaten.

Die diesjährige Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen zeigt 21. Länder in „sehr ernster Lage“.

„Attacken auf freie Medien sind alltäglich geworden und autoritäre Figuren sind auf dem Vormarsch“, bilanziert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Doch auch in traditionellen Demokratien sind Propaganda und Unterdrückung von Freiheitsrechten zu beklagen. US-Präsident Donald Trump erklärte beispielsweise mit Amtsantritt die Medien zu seinen Feinden.

Türkei rutscht ab

Die Türkei ist in den vergangenen zwölf Jahren um 56 Plätze nach unten gerutscht und findet sich aktuell auf Platz 155 von 180. „Die Situation der Journalisten in der Türkei ist unerträglich. Sie und ihre Familien brauchen unsere Unterstützung“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Der Verein sammelt nun Spenden für JournalistInnen in der Türkei.

Weltkarte wird dunkler

21 Länder sind in der aktuellen Weltkarte nun in Schwarz getaucht („Sehr ernste Lage“). Mit Burundi (vier Plätze hinunter auf Rang 160), Ägypten (zwei Plätze hinunter auf Rang 161) und Bahrain (zwei Plätze hinunter auf Rang 164) sind wieder drei Länder in den schwarzen Bereich hinzugekommen, der massive Schwierigkeiten für Journalisten darstellt.

Im roten Bereich, der eine „schwierige Lage“ für Journalismus definiert, sind zwei Länder neu hinzugekommen, insgesamt  sind es nun 51 Staaten. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Länder im roten Bereich um sieben Prozent.  Im Allgemeinen hat sich die Situation in fast zwei Drittel (62,2 Prozent) aller 180 Länder in der Rangliste verschlechtert. Verletzungen der Medienfreiheit nehmen also weltweit zu.

Österreich stabil auf Platz 11

Nach der Verschlechterung um vier Plätze im Vorjahr aufgrund auffallend „hoher Inseratendichte, des weiterhin verschleppten neuen, transparenten Informationsgesetzes und der Beibehaltung des Amtsgeheimnisses sowie der Nachrichtensperre rund um das Flüchtlingsaufnahmezentrum Traiskirchen“, bleibt Österreich 2017 laut Reporter ohne Grenzen auf Platz elf. Damit liegt Österreich auch im positiven weißen Bereich.

Seit 2002 wird von Reporter ohne Grenzen jährlich die Rangliste der Pressefreiheit herausgegeben. Sie vergleicht die Situation für Medien und Journalisten in 180 Staaten. Basierend auf einer Beurteilung von Medienvielfalt, Medienunabhängigkeit, Transparenz, Selbstzensur, dem gesetzlichen Rahmen und der Sicherheit von JournalistInnen, wird ein Punktwert für jedes Land ermittelt.

Weiterführende Informationen zur Rangliste der Pressefreiheit und zur Methodologie finden Sie hier. 
stats