Asfinag klagt "Österreich"
 

Asfinag klagt "Österreich"

Rund 1,5 Millionen Euro für Autobahnpickerl offen - Fellner spricht von "Salden-Streit" weil Asfinag Inserate schuldig war.

Die Straßenbaugesellschaft Asfinag hat die Tageszeitung "Österreich" wegen ausstehender Zahlungen für einen größeren Posten an Autobahn-Vignetten geklagt. Die Asfinag bestätigte am Montag entsprechende Medienberichte gegenüber der APA. Laut Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl sind von der Vignettenlieferung an die Fellner-Tageszeitung noch rund 1,5 Millionen Euro offen. Herausgeber Wolfgang Fellner sprach indes von einem "Salden-Streit" um eine kleinere Summe sowie einer "lächerlichen Intrige" zweier Konkurrenzzeitungen.



"Österreich" habe für die Abonnentenwerbung bei der Asfinag in Summe Vignetten im Wert von 7,74 Millionen Euro auf Kommission gekauft, so Fellner. "Der Löwenanteil davon ist bezahlt worden." Allerdings habe die Asfinag bis vor kurzem selbst offene Rechnungen für Inserate bei "Österreich" gehabt. Im Gegenzug sei deshalb ein "Minimalbetrag" aus der Vignetten-Aktion noch nicht beglichen worden. Und ein weiterer Teil der Vignetten sei einfach noch nicht verkauft.



Laut Asfinag-Vorstand Schierhackl sei "Österreich" ein "ganz normaler Vertriebspartner" wie rund 2.000 andere auch. Grundsätzlich würden die Autobahnpickerl im November/Dezember ausgeliefert. Die Lieferung erfolge auf Kommission, "zur Zahlung fällig sind die Vignetten immer erst dann, wenn sie verkauft sind". Zu Jahresbeginn habe der Verlag auch entsprechende Überweisungen getätigt, schilderte Schierhackl. "Wir haben im Februar eine ganz normale Zahlung bekommen, ab März ist es dann abgerissen und die Beträge sind relativ klein geworden." Daraufhin habe der Mahnlauf begonnen, bis im Juni schließlich Klage eingebracht worden sei. Eine Begründung für die Nichtbegleichung der Rechnung habe man nicht bekommen.



Fellner erklärte dies damit, dass im März eben auch die "Zahlungen von der Gegenseite abgerissen" seien. Nachdem die Asfinag ihre offenen Rechnungen Ende vergangener Woche bezahlt habe, werde "Österreich" seine Salden geradestellen. "Wir stehen jetzt nicht an, auch unser Konto dort in Ordnung zu bringen. Ich glaube an eine amikale und gütliche Lösung. Das ganze wird sich in Wohlgefallen auflösen." Gegen "Kronen Zeitung" und "Heute" will der "Österreich"-Herausgeber "wegen der völlig falschen Darstellung" hingegen rechtliche Schritte einleiten.



Die "Krone" hatte am Sonntag ohne konkrete Namensnennung berichtet, dass Fellners "Österreich" der Asfinag Steuergelder in der Höhe von 800.000 Euro schuldig geblieben sei. Ein "umtriebiger Medienunternehmer" habe sich "mangels Liquidität auf unbare Gegengeschäfte spezialisiert", so die "Krone". Die Gratiszeitung "Heute" sah am Montag den unternehmerischen Ruf Fellners gefährdet und stellte die Frage nach der Schädigung des Steuerzahlers. Kritik gab es auch an der Asfinag, die viel zu lange mit einer Klage zugewartet habe. Fellner dazu: "Wir werden alle rechtlichen Schritte gegen 'Krone' und 'Heute' ergreifen, damit diese Form der Konkurrenzberichterstattung ein Ende hat. Das ist unseriös und strafbar."



Für die Asfinag ist die Causa "ein Standardvorfall" wie andere offene Rechnungen auch, zugewartet sei mit der Klage keineswegs worden, betonte Vorstand Schierhackel. "Das könnten wir uns als Aktiengesellschaft auch gar nicht leisten."







(Quelle: APA)
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