Arte geht gestärkt in neues Programmjahr
 

Arte geht gestärkt in neues Programmjahr

Arte / Jann Wilken
Arte-Präsident Peter Boudgoust auf der Jahrespressekonferenz seines Senders
Arte-Präsident Peter Boudgoust auf der Jahrespressekonferenz seines Senders

Der europäische Kultursender Arte präsentierte am Montag seine erfolgreiche Bilanz zum Jahr 2018 und die Pläne für das laufende Programmjahr, das angesichts der kommenden EU-Wahl stark im Zeichen der Auseinandersetzung mit europäischer Politik steht.

Ein "besonders erfolgreiches" Jahr hat der französisch-deutsche Kultursender Arte laut seinem Präsidenten Peter Boudgoust hinter sich. Während der Marktanteil in Deutschland 2018 mit 1,1 Prozent stabil blieb, erfuhr der Sender vor allem in Frankreich gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um fast ein Zehntel auf 2,4 Prozent Reichweite.Auch die digitale Expansion trug Früchte: Im vergangenen Jahr verzeichnete der Kulturkanal durchschnittlich 55,3 Millionen Videoabrufe pro Monat und erzielte damit einen Zuwachs von knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der ARTE-Präsident betonte, dass der Sender weiterhin konsequent in die Distributionsstrategie investieren und die Nutzerfreundlichkeit erhöhen werde, um der zunehmenden Konkurrenz der Videoangebote und Streaming-Dienste gerecht zu werden. Dazu möchte der Sender neben bereits bestehenden Angeboten verstärkt Formate entwickeln, die den modernen Sehgewohnheiten entsprechen. Wie andere Sender will Arte - vor allem bei Serien - zudem die zeitlichen Grenzen, innerhalb derer Sender ihre Inhalte ohne Zusatzkosten auch online anbieten können, erweitert wissen. Schon im Jänner versuchte es der Sender deshalb einmal mit der Taktik, alle Folgen der italienischen Serie "Ein Wunder" vor TV-Ausstrahlung online zu stellen.

Auch Fiktionales rückt brisante Themen in den Mittelpunkt

Arte-Programmdirektor Bernd Mütter stellte als Herzstück des kommenden Europa-Schwerpunkts das Dokumentarfilm-Großprojekt "24h Europe - The Next Generation" vor. Die internationale Koproduktion rückt die jungen Generationen Europas in den Fokus und begleitet in Echtzeit von Samstag, den 4. Mai 2019 um 6.00 Uhr morgens bis 6.00 Uhr am nächsten Tag 60 junge Menschen aus 26 Nationen. Mit "Europa 2019" startet der Sender zudem rund 100 Tage vor den Europawahlen ein an die Nachrichtenredaktion angedocktes, digitales Projekt, das in den kommenden Monaten eine zentrale Anlaufstelle für Information, Orientierung und Austausch zu den Europawahlen im Web auf arte.tv/europa und auf den Social-Media-Kanälen von Arte sein wird.

In weiteren Dokus sollen noch mehr kontroverse politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche europäische Themen als sonst auf der Agenda stehen. Zudem rückt die Reportage-Reihe Re: im April und Mai die europäische Jugend in den Fokus.Der Programmfokus zieht sich auch in den fiktionalen Bereich: In dem Zweiteiler "Eden" von Dominik Moll ist ein gestrandetes Schlauchboot mit Geflüchteten an einem griechischen Strand der Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte, die sich mit den kontrastreichen Realitäten und Lebenswahrheiten der Flüchtlingsthematik auseinandersetzt. Zudem wartet Arte mit europäischen Kurzfilmen und zeitgenössischen Highlights des europäischen Kinos auf, darunter Werke von Pedro Almodóvar und Aki Kaurismäki.

Unter den weiteren präsentierten Highlights der ersten Jahreshälfte ist etwa die investigative Dokumentation "Undercover bei den Neuen Rechten: Mein Jahr in der Alt-Right". Zudem geboten wird ein Programmschwerpunkt zur kulturellen Vielfalt Afrikas sowie im April mit Dokumentationen, Spielfilmen und Konzerten zu Hip-Hop. Ein weiteres musikalisches Highlight ist zudem eine Dokumentation über den Ausnahmekünstler Chuck Berry.

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