APA-Comm-Politik-Ranking: Kurz und Kickl mit ...
 
APA-Comm-Politik-Ranking

Kurz und Kickl mit höchster Medienpräsenz im Juni

Andy Wenzel / BKA

Obmann-Wechsel der FPÖ, Rücktritte im ÖVP-Umfeld und Corona-Öffnungsschritte sorgen für mediale Aufmerksamkeit

Bundeskanzler Sebastian Kurz war im Juni medial präsentester Politiker des Landes. Das geht aus dem aktuellen APA-Comm-Politik-Ranking, das laufend die Berichterstattung von 15 österreichischen Tageszeitungen analysiert, hervor. Kurz führt das Ranking mit 1.398 Beiträgen vor FPÖ-Parteichef Herbert Kickl (695 Beiträge) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP, 547 Beiträge) an. Die Plätze 4 und 5 belegen Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer (439 Beiträge) sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen (429 Beiträge).


Sebastian Kurz stand im Juni vor allem im Zusammenhang mit mehreren Rücktritten im ÖVP-Umfeld, seiner Teilnahme am EU-Gipfel sowie weiteren Öffnungsschritten im Rahmen der Corona-Pandemie im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Während Kurz einer möglichen Anklage durch die WKStA gelassen entgegen blickt, traten mit Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid und Ex-Verfassungsrichter Wolfgang Brandstetter zwei ÖVP-nahe Akteure zurück, die im Fokus des Ibiza-U-Ausschusses standen. Beide sahen sich brisanten Chatprotokollen gegenüber, die im Umfeld des U-Ausschusses ans Tageslicht gekommen waren.

Öffnungsschritte

Angesichts sinkender Corona-Zahlen stellte Kurz im Juni weitere Öffnungsschritte in Aussicht, die bis zum Ende der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln führen könnten. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Die Grünen, Platz 6) begrüßte die geplanten Öffnungsschritte, gab sich zum letztgenannten Vorschlag allerdings zurückhaltend, insbesondere aufgrund der in Europa aufkommenden Delta-Variante des Coronavirus.
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Nach dem Rücktritt von Nobert Hofer als Parteichef der FPÖ wurde Klubobmann Herbert Kickl im Juni zum neuen Parteiobmann der Freiheitlichen Partei gewählt. Die Rolle des Parteiobmann-Stellvertreters wird künftig der niederösterreichische FPÖ-Obmann Udo Landbauer (Platz 46) einnehmen. Kickls prominentester Kritiker, Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ, Platz 13), bezeichnete das Resultat von über 88 Prozent als ein „sehr gutes Ergebnis“ für Herbert Kickl. Zwei Wochen zuvor, bei der Designierung Kickls zum Parteiobmann, hatte Haimbuchner noch gemeinsam mit Vorarlbergs Landesparteichef Christof Bitschi (FPÖ, Platz 56) vorzeitig die Sitzung verlassen.

Lückenhafte Aktenlieferungen

Für Finanzminister Gernot Blümel standen insbesondere die lückenhafte Aktenlieferung des Finanzministeriums an den Ibiza-U-Ausschuss und seine dritte Ladung in ebendiesen im Zentrum der Berichterstattung. Im Zusammenhang mit der Aktenlieferung erteilte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Auftrag zur Exekution, um noch vor Ende des U-Ausschusses die vollständigen Unterlagen einzufordern. Parallel dazu stürzte Minister Blümel im Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher ab und belegte im Juni erstmals den schlechtesten Platz eines Regierungsmitglieds im APA/OGM-Vertrauensindex.

Einen besonders starken Präsenzzuwachs zeigt Verfassungsgerichtshofs-Präsident Christoph Grabenwarter (Platz 51, +467 Prozent). Nach dem Bekanntwerden der Chats zwischen Sektionschef Christian Pilnacek und Verfassungsrichter Wolfgang Brandstetter bat Präsident Grabenwarter Brandstetter zu einem Gespräch. Dieser kam der Einladung zuvor und erklärte seinen Rücktritt. Für Grabenwarter, der aktuell 100 Jahre Verfassungsgerichtshof feiert, war die Chat-Affäre demnach abgeschlossen, er begrüßte Brandstetters schnellen Rücktritt.

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