AOL und Microsoft gehen wegen Windows XP getr...
 

AOL und Microsoft gehen wegen Windows XP getrennte Wege

Wechselseitige Kooperation bei Internet-Zugang und Browser-Software zwischen dem weltweit größten Provider und dem weltweit größten Softwarehersteller wird aufgelöst. Netscape als lachender Dritte?

Kunden, die einen PC mit Windows als Benutzeroberfläche kauften, fanden bis jetzt immer die Zugangssoftware des weltgrößten Provider AOL (29 Millionen Kunden) automatisch vorinstalliert auf ihrem Desktop. Dafür stattete AOL alle seine Kunden mit dem Microsoft Produkt "Internet Explorer" als Standardbrowser aus. Dieser Vertrag endete am 1. Jänner dieses Jahres und wird nun auch nicht verlängert. Grund für das Zerwürfnis der beiden Branchenriesen aus der Sichtweise von Microsoft: AOL war nicht bereit, Microsofts digitale Ton- und Video-Technologie zu unterstützen, sich vertraglich zu einem Verzicht auf gegenseitige Klagen festzulegen oder die Instant-Messaging-Systeme der beiden Firmen kompatibel zu machen. Laut AOL gab es mit der strittigen Musik- und Videotechnologie nur einen Zankapfel: "Es ging darum, dass Microsoft die Musik im Internet kontrollieren möchte, und AOL wollte da nicht mitspielen", so John Buckley, Vizepräsident von AOL Time Warner.

Das Scheitern dieser Kooperation bedeutet eine neue Chance für den zuletzt im Browser-Markt weit ins Hintertreffen geratene Hersteller Netscape bedeuten. Erst kürzlich sagte zwar Netscape Präsident Jim Bankoff gegenüber der Agenur Reuters, dass man in sechs Monaten Netscape nicht länger als eine Browserfimra betrachten werde. Zusammen mit der Dachgesellschaft AOL Time Warner will Netscape eine Internet-Medienzentrale werden. Den Browser will man bei Netscape freilich nicht aufgeben: Der neue Netscape-User sitzt am Highspeed-Zugang seines Arbeitsplatzes und verzichtet dort auf das Standard-Bundle von AOL und Internet Explorer, so Bankoff kryptisch. (rs)

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