Ambient Media: Trends aus dem öffentlichen Ra...
 

Ambient Media: Trends aus dem öffentlichen Raum

Steven van der Kruit (Firmenich) identifiziert Trends aller Art beim Spazierengehen.

Das ursprüngliche Thema des Ambient-Media-Arbeitskreises "Mut für radikale Medieninnovationen im urbanen Raum" versuchten die Teilnehmer mit Cases zu untermalen, aber Neues hatte vor allem Trendforscher Steven van der Kruit für die Anwesenden parat. Sein Unternehmen namens Firmenich entwickelt die Düfte für 20 Prozent aller Parfums und identifiziert Farb- oder Modetrends aber auch trends für Hollywoodfilme. "60 Prozent aller Prognosen sind Naturgesetze - Nach Weihnachten kommen Diäten - , 30 Prozent basieren auf neuen Technlologien und nur zehn Prozent auf Zufall", weiss van der Kruit. Etwa in London macht er sogenannte Trendwalks, und zwar "dort wo die Graffitis sind", in den Ausgehvierteln, wo Kruit etwa Tiere, speziell Leoparden und Tiger auf Graffitis fotografierte, die dann sechs Monate später in die Mode Einzug fanden , speziell von Asien her. "80 Prozent aller Innovationen kommen aus 12 Großstädten, etwa New York, London, L.A., Barcelona, Tokyo oder Seoul", ist der Trendforscher überzeugt. Als Mitglied des Pantone-Comittees identifiziert er zusätzlich Farbtrends. Türkis hätte er im Sommer 2009 als Modefarbe der Zukunft feststellen können, zwei Jahre später wurde die Farbe (die verkürzte Geschichte dazu: "Where the sea meets the sky") die modische Trendfarbe schlechthin. Die Farbe für 2012 ist übrigends Pink.

Laut Daniela Krautsack (Cows in Jackets und VAMP) werde die Dynamik der Strasse in der Kommunikation oft vernachlässigt, Kruits Blick für das Neue auf der Strasse hätte sie bei einem Drei-Stunden-Spaziergang durch den siebenten Bezirk in Wien schwer beeindruckt. Nicht nach New York oder London müsse man Reise, um sich inspirieren zu lassen, sondern zur Ars Elektronica Nach Linz.

Jörg Hofstätter von der Agentur Ovos präsentierte Beispiele für Augmented Reality (AR), etwa von der Aspern Seestadt: Mittels eigener App könne man sich am Smartphone ansehen wie die Gebäude dort einmal aussehen werden. Christoph Schmid von der deutschen Mediaagentur Mediaplus präsentiert ein Video einer höchst erfolgreichen Ambient Kampagne aus 2007: Um die MTV-Award-Show in München 2007 zu bewerben, produzierte die Agentur Videos des bekannten Graffiti-Künstlers Loomit, der freche Sprüche im Auftrag des Hauptsponsors Sony Erikson sprayte. Die Filme wurde abends auf bekannte Denkmäler projeziert. Mit regem Medienecho.
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