„Alles wird gut!“: Kärntner Straßenzeitung 'k...
 
„Alles wird gut!“

Kärntner Straßenzeitung 'kaz.' startet Corona-Solidaritäts-Aktionen

Peter Pugganig/kaz.
Freiwillige nähen seit Tagen bunten Atemschutz zur Unterstützung der Straßenzeitung kaz. Die Masken können bei VerkäuferInnen vor Kärntner Supermärkten oder per Post bezogen werden.
Freiwillige nähen seit Tagen bunten Atemschutz zur Unterstützung der Straßenzeitung kaz. Die Masken können bei VerkäuferInnen vor Kärntner Supermärkten oder per Post bezogen werden.

Den rund 70 selbstständigen Straßenverkäufern der Kärntner Allgemeinen Zeitung breche ihr Einkommen weg, warnt das Medium.

Die Kärntner Allgemeinen Zeitung kämpft eigenen Angaben zufolge aufgrund der Folgen des Coronavirus ums Überleben. Der Verkauf von Straßenzeitungen sei derzeit kaum möglich. Die Blattmacher des großteils ehrenamtlich betriebenen Projekts bewerben daher unter dem Motto „Alles wird gut“ konkrete Solidaritäts-Aktionen: Seit Tagen nähen Unterstützerinnen bunten Gesichtsschutz aus recycelter Baumwolle. VerkäuferInnen stehen in den nächsten Tagen vor ausgewählten Supermärkten, die Masken werden aber auch verschickt. Unter www.kaz.at/digital kann man die Straßenzeitung digital kaufen. Außerdem helfe der Abschluss eines Förderabos.

"Wir wollen ein Zeichen setzen, Solidarität leben und dabei gute Laune verbreiten", sagt Peter Pugganig, kaz.-Autor der ersten Stunde, und jetzt gemeinsam mit seiner Frau Annelie praktisch rund um die Uhr in der Heim-Manufaktur am Masken nähen. "Zeit genug haben wir ja jetzt", scherzt der St.Veiter, "die wollen wir sinnvoll nutzen".

Gesichtsschutz aus recycelten Textilien

Der Atemschutz sei für den alltäglichen Einsatz gedacht. Der Mundschutz ist jedoch kein medizinisches Produkt. Er diene lediglich dem kurzen Gang in den Supermarkt oder die Apotheke. Damit können TrägerInnen vor allem auch Respekt für die dort arbeitenden Menschen demonstrieren. Nach Gebrauch sollte er gewaschen werden.

Im Gründungsteam rund um Initiator Matthias Köchl und Chefredakteurin Christine Grabner ist man positiv gestimmt. "Wir sind gerührt, wieviele Menschen uns gerade helfen, danke dafür, jeder Beitrag hilft! Das Wichtigste ist, dass wir alle gesund bleiben, das wünsche ich unserem gesamten kaz,-Freundeskreis", sagt Grabner. Bei allen Aktivitäten geht die Hälfte des Erlöses an die oft unter finanzieller Not leidenden kaz.-StraßenverkäuferInnen, "das ist uns besonders wichtig", sagt Köchl.

Kaz. gibt es seit rund einem Jahr. Es versteht sich als humanistische und kosmopolitische Stimme aus dem Süden. Seit kurzem hat das Blatt seinen Einzugsbereich von Kärnten auf Niederösterreich und das Burgenland ausgeweitet.

Einen Teil der selbst gemachten bunten Masken verschenkt die kaz. auch an andere soziale Initiativen. Etwa an ihren Kooperationspartner "Verein Together", der derzeit Gratis-Lebensmittelboxen an Bedürftige in Kärnten verteilt.

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