Alexander Wrabetz unterzeichnet „Potsdamer Er...
 

Alexander Wrabetz unterzeichnet „Potsdamer Erklärung“

David Bohmann

ORF-Generaldirektor unterstützt Bekenntnis zu starkem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Europa.

Insgesamt 21 Vertreter europäischer Rundfunkanstalten unterzeichneten im Rahmen der Verleihung des „Prix Europa“ für herausragende Fernseh- und Radioproduktionen unter dem Motto „Changing Europe – Reflecting all voices!“ die sogenannte „Potsdamer Erklärung“, ein Bekenntnis zu einem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Europa. Für den ORF unterschrieb Generaldirektor Alexander Wrabetz. „In Zeiten von Fake News und Filterblasen kommt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk als verlässliche Informationsquelle und Orientierungshilfe eine zunehmend bedeutende Rolle zu: Gerade angesichts eines sich verändernden Europas sind die Stimmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als vereinendes und verbindendes Element wichtiger als je zuvor“, so Wrabetz.

„Potsdamer Erklärung“ im Wortlaut:

In unserer Zeit, die geprägt ist von immer größer werdender Gegensätzlichkeit, der Erstarrung
von Standpunkten und Populismus, übernehmen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkorganisationen quer durch Europa eine lebensnotwendige Rolle.

Es war niemals wichtiger (als heute), der Öffentlichkeit die breite Vielfalt der Meinungen und Überzeugungen anzubieten und komplexe Vorgänge aus unterschiedlichen Blickrichtungen abzubilden. Die Nachrichten sollen unparteiisch sein, der Information soll jedermann vertrauen können, Inhalte sollen alle erreichen, alle Auffassungen spiegeln und zwischen den Gesellschaftsgruppen Brücken schlagen. Und gleichermaßen wichtig: die Öffentlich-Rechtlichen machen die Freude an Kultur und Weiterbildung für jedermann zugänglich, unabhängig vom Einkommen oder Lebenslauf. Das Gefühl nicht wahrgenommen oder gehört zu werden, keine Stimme zu haben, ist von sehr gefährlicher und entzweiender Kraft. Der Prix Europa 2018 mit seinem Leitsatz „Reflecting all voices“, also allen eine Stimme zu geben, stellt sich der Herausforderung.

Die europäischen Rundfunkorganisationen haben die Verpflichtung, ein öffentliches Forum für grundverschiedene Ansichten zu sein. Diese Widersprüchlichkeit gehört zu Europas Identität. Wir haben gelten zu lassen, dass Überzeugungen voneinander abweichen. Dieser Grundgedanke ist das Herzstück der Demokratie. Manche treten zum Beispiel dafür ein, vor Einwanderern die Grenzen zu verschließen, andere streiten für das Gegenteil. Wie immer die Zukunft aussehen wird, es steht außer Zweifel, dass jetzt die Zeit ist, für Medienfreiheit und für starke öffentlich-rechtliche Medien einzutreten.
Unsere Länder brauchen überzeugenden Qualitätsjournalismus und die Menschen brauchen starke, sie verbindende Kommunikations-Plattformen. Als europäische Rundfunk Veranstalter sind wir stolz darauf, unsere bedeutende Rolle für die Demokratie auch weiterhin zu übernehmen.

Die Unterstützer:
ARTE G.E.I.E., British Broadcasting Corporation (BBC), Česká televize – Czech TV, Danish Broadcasting Corporation (DR), Deutschlandradio, France Télévisions, Dutch Public Broadcasting (NTR), Norsk rikskringkasting (NRK), Österreichischer Rundfunk (ORF), Radio-télévision belge de la Communauté, française (RTBF), Radio France, Raidió Teilifís Éireann (RTÉ), Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), SRG SSR, Sveriges Radio, Sveriges Television (SVT), Sveriges Utbildningsradion (AB, UR), Telewizja Polska S.A. (TVP), Vlaamse Radio- en Televisieomroep (VRT), Yleisradio (Yle) & Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

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