AfD-Nähe: "Welt" trennt sich von Redakteur
 

AfD-Nähe: "Welt" trennt sich von Redakteur

Axel Springer
"Die Welt" trennt sich von dem Journalisten Günther Lachmann.
"Die Welt" trennt sich von dem Journalisten Günther Lachmann.

Günther Lachmann arbeitet ab sofort nicht mehr für die Tageszeitung aus dem Hause Axel Springer

"Die Welt" hat sich am Wochenende von Günther Lachmann getrennt. Der Redakteur stand seit einigen Wochen im Verdacht, seine Dienste auch der AfD angeboten zu haben. Das behauptete bislang zumindest ein Politiker der Partei, nun sieht man bei der Zeitung diese Vorwürfe offenbar erhärtet und zieht die Konsequenzen. "Welt"-Chefredakteur Stefan Aust kündigte die Entlassung via Twitter an und sprach zudem von einem "groben Verstoß gegen journalistische Grundsätze" seitens des Redakteurs.

Lachmann selbst bestätigte die Trennung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa ebenfalls, wollte sich darüber hinaus aber nicht zum Vorfall äußern. Die Vorwürfe stehen allerdings schon seit etwa zwei Wochen im Raum. "Herr Lachmann wollte zwar die AfD beraten, aber er wollte seinen Job als Journalist bei 'Die Welt' nicht aufgeben und dort weiter verantwortlich sein für die Berichterstattung über die AfD", schrieb damals ein AfD-Poltiker auf Facebook. 

Lachmann wies die Beschuldigungen zunächst zurück und gab eine Eidesstattliche Versicherung ab. "Damit wollten wir auch deutlich machen, dass wir die Vorwürfe vollständig aufgeklärt haben wollen", sagte Stefan Aust. Am Wochenende habe der Redakteur dann aber doch die Echtheit mehrerer Mails an die AfD bestätigt. "Aus den Mails geht klar hervor, dass Lachmann der AfD eine Art Konzeptvorschlag für eine Neuausrichtung der Partei geschrieben hat", so Aust. Dass das als Journalist, der zudem in weiten Teilen über eben diese Partei berichtet, nicht geht, versteht sich von selbst.
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