Ärger um Anzeige in "The New York Times"
 

Ärger um Anzeige in "The New York Times"

Torrenegra/flickr
Die US-amerikanische Tageszeitung "The New York Times" sorgte Mitte der Woche mit einer Anzeige für Furore.
Die US-amerikanische Tageszeitung "The New York Times" sorgte Mitte der Woche mit einer Anzeige für Furore.

Ganzseitige Anzeige in der US-Zeitung sorgte unter Venezuelas Politikern jüngst für Verstimmungen.

Eine ganzseitige Anzeige in "The New York Times", in der Venezuelas Vizepräsident Tareck El Aissami die Vorwürfe einer Verstrickung in den Kokainhandel zurückweist, sorgt für Ärger. Der Oppositionsführer Henrique Capriles nannte es am Donnerstag (Ortszeit) "inakzeptabel", dass inmitten einer schweren ökonomischen Krise geschätzt 150.000 US-Dollar für so eine Anzeige ausgegeben würden.

"Wer hat diese ganze Seite bezahlt?" fragte Capriles. "Wissen Sie, wie viele Essen in den Schulen damit serviert werden können?"

Vorwürfe zurückgewiesen

El Aissami hatte in "The New-York-Times"-Anzeige am Mittwoch die Vorwürfe der US-Regierung von Donald Trump scharf zurückgewiesen. Vom US-Finanzministerium wird El Aissami eine Verwicklung in den Drogenhandel vorgeworfen. Er wurde auf eine Liste mit Personen gesetzt, deren Vermögen eingefroren werden und mit denen niemand aus den USA mehr Handel treiben darf. Nach Auffassung der US-Regierung kontrolliert El Aissami Drogenrouten nach Mexiko und in die USA.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hatte die Vorwürfe als "infam" verurteilt. In El Assimis Zeit als Innenminister unter Präsident Hugo Chavez seien zwischen 2008 und 2012 insgesamt 102 Drogenhändler festgenommen und 21 in die USA ausgeliefert worden. Seit Anfang Jänner ist der Mann mit syrisch-libanesischen Wurzeln Vizepräsident.

Einige Oppositionspolitiker argwöhnen, dass sich einige der seit 1999 regierenden Sozialisten auf illegalen Wegen bereichern, während das Land mit den größten Ölreserven der Welt einem Pulverfass gleicht. Lange Schlangen vor Supermärkten prägen das Bild, überproportional viele Kinder sterben in den Krankenhäusern - es fehlen überall Devisen für den Import von Lebensmitteln und notwendiger Medizin.
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