Ägyptens Justiz klagt zwei Journalisten an
 

Ägyptens Justiz klagt zwei Journalisten an

Wegen angeblicher Morddrohungen und "Falschmeldungen und Gerüchte zum Zwecke der Beleidigung des Präsidenten"

Die ägyptische Strafjustiz hat zwei Journalisten im Zusammenhang mit angeblichen Beleidigungen und Drohungen gegen den neuen Präsidenten Mohammed Mursi angeklagt. Dem umstrittenen Fernsehmoderator Tawfik Okasha wirft die Staatsanwaltschaft vor, dem im Juni gewählten Mursi mit dem Tod gedroht zu haben. Islam Afifi, der Chefredakteur der Tageszeitung "Al-Dostour", soll wiederum "Falschmeldungen und Gerüchte zum Zwecke der Beleidigung des Präsidenten" veröffentlicht haben. Der Prozess gegen Afifi soll am 23. August, der gegen Okasha am 1. September in Kairo beginnen, berichteten ägyptische Medien am Freitag.

Beobachter werten das Vorgehen der Justiz als ein bedenkliches Zeichen dafür, dass der Islamist Mursi und die Organisation der Muslimbruderschaft, aus der dieser kommt, die Medien wieder an die kurze Leine nehmen möchten. Diese sind seit dem Sturz des Langzeitpräsidenten Husni Mubarak im Vorjahr frei. Okaschas Sender wurde von den Behörden geschlossen, eine Ausgabe von "Al-Dostour" behördlich eingezogen.

Während Okasha, ein radikaler Mubarak-Anhänger, tatsächlich Kommentare von sich gab, die auch als Morddrohungen gegen Mursi gedeutet werden können, tat sich "Al-Dostour" lediglich durch scharfe Kritik an Mursi und den Muslimbrüdern hervor. Unter anderen schrieb das Blatt, dass die Islamisten mit ihrer Mehrheit in der verfassunggebenden Versammlung ein neues Grundgesetz ausarbeiten würden, das der Islamisierung des Landes Vorschub leisten werde.

(APA/dpa)
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