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30. Österreichischer Zeitschriftenpreis verliehen

"Cash"-Redakteurin Sabine Sperk ausgezeichnet - weitere Preisträger sind Joachim Reiber, Christian Seidel, Andreas Riedmann und Claas Relotius

Anlässlich der 30. Verleihung des Österreichischen Zeitschriftenpreises durch den Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedien-Verband (ÖZV) erklärte Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, dass das Integrationsklima in einem direkten Zusammenhang mit der Behandlung des Themas in den Medien stehe: "Je mehr das Negative in den Vordergrund gerückt wird, desto stärker ist es belastet. Qualitätsjournalismus findet auch in einer ausgewogenen, sachlichen Darstellung seinen Ausdruck und es ist sinnvoll und hilfreich, wenn diese Qualität durch eine Auszeichnung Anerkennung findet."

Für die vorbildliche Darstellung eines Integrations-Themas wurde heuer Sabine Sperk für ihren Artikel "Ethno - So shoppen Migranten", erschienen im Fachmagazin "Cash" aus dem Manstein-Zeitschriftenverlag, ausgezeichnet. Als Sprecherin der Jury hob die Geschäftsführerin des Kuratoriums für Journalistenausbildung (KfJ) Elisabeth Wasserbauer hervor, dass ein zentrales Thema der Gesellschaft aus der speziellen Perspektive einer Zielgruppe - dem Handel - perfekt aufgerollt worden sei.

Der zweite Preis ging an Joachim Reiber für den Artikel "Töchter, Söhne, Pseudo-Mozart" im Monatsmagazin "Musikfreunde", herausgegeben von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Der Autor erzählt darin aus Anlass der Textänderung der österreichischen Bundeshymne deren Entstehung nach dem zweiten Weltkrieg. Mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurden der Autor Christian Seidel und der Fotograf Andreas Riedmann für den Artikel "Die neiche Liebeskutschn" in der Zeitschrift "Autorevue" aus der Verlagsgruppe News.

Der Förderungspreis für Jungjournalisten wurde Claas Relotius für den Beitrag "Die größten Verbrecher sind oft die kultiviertesten Persönlichkeiten" verliehen, erschienen in der Zeitschrift "Profil" der Verlagsgruppe News. Es handelt sich dabei um ein Interview mit dem 87-jährigen französischen Anwalt Jacques Vergés, der dadurch bekannt wurde, dass er fragwürdige Persönlichkeiten verteidigte, etwa den Terroristen Carlos oder die Diktatoren von Kambodscha, Togo und Serbien.

ÖZV-Präsident Wolfgang Pichler erklärte, dass der Förderungspreis geschaffen wurde, um jungen Journalisten eine "Qualitätsmarke" für ihre weitere Entwicklung mitzugeben. Ausgezeichnet werden damit Arbeiten, die ein komplexes Thema in einer für eine bestimmte Zielgruppe relevanten und verständlichen Form darstellen. Ziel dabei ist, "die Bedeutung des Qualitätsjournalismus hervorzuheben, der in der problembelasteten Medienwelt auch für die Zeitschriften die für die Zukunft wichtigste tragende Säule ist", heißt es.
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