3. Mai ist Tag der Pressefreiheit
 

3. Mai ist Tag der Pressefreiheit

Weltzeitungsverband und Österreichischer Zeitungsverband rufen Medien zur Unterstützung auf – Material dazu finden Sie hier.

Der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) widmet seine heurige Kampagne zum "Internationalen Tag der Pressefreiheit" am 3. Mai den "Journalisten im Exil" und hat zu diesem Zweck Editorials, Anzeigen, politische Karikaturen, Interviews und weitere Materialien produziert, die für Zeitungen und andere Medien zur Veröffentlichung bereitgestellt werden. Das komplette Angebot ist hier abrufbar.

Ziel ist es, das Schicksal all jener Journalistinnen und Journalisten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, die aus ihrem Land fliehen mussten oder müssen, um ihrer Inhaftierung oder der Bedrohung gegen Leib und Leben zu entgehen, nur weil sie ihrer Arbeit nachgegangen sind.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) wiederum hat aus diesen und eigenen Unterlagen ein Informationsangebot auf seiner Website zur Verfügung gestellt und begleitet den „Tag der Pressefreiheit“ mit einem Sujet zum Thema, das beim VÖZ zur Schaltung angefragt werden kann.

Seit dem 1. Dezember 2009 wurden weltweit 136 Journalisten inhaftiert, davon allein 24 in China, 23 im Iran und 22 in Kuba – oft unter katastrophalen Haftbedingungen und ohne jede Möglichkeit, mit ihrer Familie oder mit ihrem Anwalt sprechen zu können. Sie teilen ihr Schicksal mit dem iranischen Journalisten und Politikexperten Ahmad Zeidabadi, der unmittelbar nach der wegen Wahlbetrugs umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahl im Juni 2009 inhaftiert wurde. Wegen seiner Arbeit wurde er von der iranischen Obrigkeit zu sechs Jahren Haft verurteilt und mit einem lebenslangen Berufsverbot als Journalist belegt.

Und nicht weniger als 99 Journalisten wurden im Vorjahr ermordet, davon allein 37 auf den Philippinen. Morde an Journalisten werden nur selten bis gar nicht aufgeklärt und bleiben vielfach ungesühnt. In den ersten Monaten 2010 verloren bereits 24 Journalisten in Ausübung ihres Berufes ihr Leben. Dramatisch ist auch die Situation in der "Todeszone Irak". Laut Mitteilung des in New York ansässigen Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) wurden seit dem US-Einmarsch mindestens 88 Morde nicht aufgeklärt.

Mit dem Internationalen Tag der Pressefreiheit wird seit 1994 jährlich am 3. Mai auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam gemacht. Er wurde von der UNESCO initiiert.

Hintergrund der Entstehung des Tages ist die "Erklärung von Windhuk", welche am 3. Mai 1991 auf einem UNO/UNESCO-Seminar zur Förderung einer unabhängigen und pluralistischen Presse in Winhuk (Namibia) verabschiedet wurde. Zentrale Aussage der Erklärung ist, dass freie, pluralistische und unabhängige Medien ein äußerst wichtiges Merkmal demokratischer Gesellschaften sind. Jede Journalistin, jeder Journalist müsse überall auf der Welt das Recht haben, frei und ohne Angst berichten zu können.


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