"Hans-Ströbitzer-Preis": Hugo Portisch und Ve...
 
"Hans-Ströbitzer-Preis"

Hugo Portisch und Verena Gleitsmann vom Pressverein der Diözese St. Pölten geehrt

Paul Wuthe / Kathpress
v.l.: Gudula Walterskirchen, Hugo Portisch, Stefan Ströbitzer, Helmut Siegler
v.l.: Gudula Walterskirchen, Hugo Portisch, Stefan Ströbitzer, Helmut Siegler

Die ORF-Redakteurin Verena Gleitsmann und die Journalistenlegende Hugo Portisch sind mit dem "Hans-Ströbitzer-Preis" ausgezeichnet worden. Der erstmals ausgeschriebene Preis ist nach dem langjährigen NÖN-Chefredakteur Hans Ströbitzer († 2017) benannt.

Mit dem Preis wolle man Personen auszeichnen, die ein journalistisches Ethos leben, dem sich Hans Ströbitzer verpflichtet wusste, so der Pressverein in einer Aussendung am Dienstag: "Ein Journalismus aus einem christlichen Weltbild heraus, kritisch, aber mit Respekt und stets auf die Würde des Menschen bedacht, nachhaltig wirksam, verantwortungsvoll und letztlich immer konstruktiv."


Unter den Nominierungen verschiedener Qualitätsmedien wählte eine namhafte Jury die derzeit als ORF-Korrespondentin in Berlin tätige Verena Gleitsmann auf den ersten Platz. Zweitplatziert wurde Markus Glück von den NÖN Melk und dritter Daniel Seper von Miteinander, der Zeitschrift des Canisiuswerks. Hugo Portisch erhielt für sein journalistisches Lebenswerk den Ehrenpreis.

Für Portisch schließt sich mit dieser Ehrung ein Kreis, da der heute 93-Jährige eine besondere Beziehung zu St. Pölten und zum Pressverein besitzt: Er machte seine ersten journalistischen Gehversuche 1947 als Praktikant in der Wiener Redaktion der St. Pöltner Zeitung, die vom Pressverein herausgegeben wurde. Deren Chefredakteur war sein Vater Emil Portisch, der nach seiner Flucht aus der Slowakei bei Verwandten in St. Pölten unterkam. Sohn Hugo Portisch gründete dann 1954 den Kurier mit und war später jahrzehntelang eines der Aushängeschilder des ORF. "Ich habe meinen Weg begonnen im Schatten der St. Pöltner Zeitung", sagte Portisch in seiner Dankesrede. "Wie schreibt man kleine Geschichten? Wie titelt man?", das und viel mehr habe er als Anfänger vom Leiter des Wiener Büros der St. Pöltner Zeitung damals lernen können.

Hugo Portisch erhält den "Hans-Ströbitzer-Preis"
Paul Wuthe / Kathpress
Hugo Portisch erhält den "Hans-Ströbitzer-Preis"
Verena Gleitsmann überzeugte nach Angaben der Jury durch ihre "Kompetenz, ihre ausgewogene und menschlich respektvolle Berichterstattung und sie verlor trotz ihrer internationalen Berichterstattung nie ihr Heimatbundesland aus den Augen". Nach Praktika bei "Furche", "Kleine Zeitung" und "APA" arbeitet sie seit 2010 für den ORF. Derzeit ist sie Auslandskorrespondentin in Berlin. Verena Gleitsmann betonte in ihrer Dankesrede, sie sehe es als ihre Aufgabe, Dinge zu erklären, die zunächst unverständlich erschienen. Als Beispiel nannte sie den Maisbauern aus Oregon, der den Niedergang der Stahlindustrie und den Preisverfall für seine Produkte erlebt und dann für Trump stimmt. "Ich kann es nicht verstehen, aber ich kann erklären, warum er das tut."

Die für Montag im Stift Herzogenburg angesetzte Preisverleihung musste kurzfristig wegen der über das Kloster verhängten Quarantäne abgesagt werden. So wurden Portisch in Wien und Gleitsmann in St. Pölten am Montag die Preise von NÖN-Herausgeberin Gudula Walterskirchen in getrennten Feiern im kleinen Kreis überreicht.

Der Jury des "Hans Ströbitzer Preises" gehören an: Katharina Brandner (Medienreferentin der Diözese St. Pölten), Michael Prüller (Pressesprecher der Erzdiözese Wien), Engelbert Washietl (Gründer der Initiative Qualitätsjournalismus), Stefan Ströbitzer (Medienberater), Robert Zauchinger (früherer stv. Chefredakteur unter Hans Ströbitzer), Rudolf Mitlöhner (früherer "Furche"-Chefredakteur , jetzt beim "Kurier"), Michaela Stefan-Friedl (frühere Kommunikationschefin Raiffeisen NÖ-Wien) und Gudula Walterskirchen (Obfrau des Pressvereins und NÖN-Herausgeberin).
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