War for Talents: 'Diversität ist ein Wirtscha...
 
War for Talents

'Diversität ist ein Wirtschaftsfaktor'

Johannes Brunnbauer

GDW-CEO Tijen Onaran und Angelika Gifford, Facebooks Vizepräsidentin für Zentraleuropa, bei den Österreichischen Medientagen 2021 über Frauen in der Tech-Branche und New Leadership.

„Digitalisierung geht die ganze Gesellschaft etwas an, aber Frauen besonders“, meint Angelika Gifford, Facebooks Vizepräsidentin für Zentraleuropa. Gemeinsam mit Tijen Onaran, Gründerin und CEO von Global Digital Women, diskutiert sie unter der Moderation von Rainer Nowak, Geschäftsführer und Chefredakteur Die Presse, auf dem Panel "Digital.Tech.Leadership".

Das Video wird präsentiert mit Unterstützung der APA-Tech.

„Unternehmen müssen verstehen, dass Diversität ein Wirtschaftsfaktor ist“, betont Gifford. Gleichzeitig müssten sich Frauen viel öfter trauen, in die Tech-Branche zu streben. „Das ist ja nicht nur die klassische IT.“ Mit Corona und neuen Home-Office- und Remote-Work-Möglichkeiten könnten Frauen in Zukunft leichter langfristig Karrieren aufbauen.

Onaran, selbst Gründerin, investiert nur in weiblich geführte Start-ups. Warum? „Weil sie erfolgreicher sind. Frauen wirtschaften nachhaltiger“, erklärt Onaran. „Ich bin selbst Unternehmerin, das ist also kein Charity-Projekt“, fügt sie hinzu, und kritisiert: „Jedes x-te Fintech-Start-up bekommt für seine neue Kreditkarten-Idee Kapital. Bei Start-ups, die zum Beispiel Menstruationsprodukte herstellen, tun wir so, als wäre das eklig und würde uns nicht interessieren.“

Der „War for Talents“ würde immer härter werden, leitet Nowak über. Was braucht es, um junge Talente für das eigene Unternehmen zu gewinnen? Gifford ist überzeugt, dass hybride Arbeitsmodelle eine große Rolle für zukünftige Arbeitnehmer spielen werden. Onaran meint: „Wenn man sich den Talente-Markt anschaut, bin ich angezogen und abgestoßen zugleich.“ Die jungen Leute würden mutige Forderungen stellen, aber dieses Selbstbewusstsein führe auch dazu, dass Unternehmen mehr in die Zielgruppe gehen würden. Und: „Es braucht diverse Talente mit unterschiedlichen Perspektiven und Backgrounds, und das bietet die Digitalisierung.“

Gifford meint, dass man das Entitlement der Arbeitnehmer „gesund steuern“ müsse. „Es ist ein Give and Take.“ Die Freiheitsgrade, die Facebook seinen Mitarbeitern biete, würden sehr positiv aufgenommen werden, sagt sie. Das Credo: „Ich bin ein eigener Unternehmer im Unternehmen Facebook.“



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